Nistplatz für Glücksbringer wird auf einer Wiese im Herzen von Vinstedt aufgestellt

Ein Heim für Klapperstörche

Horst Retzlaff, Ulrich Schmedt, Carola Zapf, Waldemar Golnik und Sebastian Bamerjee freuen sich über den Nistplatz für Weißstörche.
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Horst Retzlaff, Ulrich Schmedt, Carola Zapf, Waldemar Golnik und Sebastian Bamerjee freuen sich über den Nistplatz für Weißstörche.
  • VonSandra Hackenberg
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Vinstedt. Nach altem Volksglauben ist der Storch ein Glücksbringer. Dem Ort, an dem er nistet, soll Fortuna hold sein. Wenn das stimmt, könnte Vinstedt bald besonders viel Glück haben.

Der Holzmast wird zwei Meter tief in der Erde befestigt. Aus dem Nest können Störche aus neun Meter Höhe über Vinstedt blicken.

Mitten im Ort, auf der Wiese von Jürgen Schröder, haben die Celle-Uelzen Netz GmbH und der NABU Uelzen gestern einen neun Meter hohen Nistplatz für die Stelzvögel errichtet. Bereits seit ein paar Jahren haben die Vinstedter immer wieder Weißstörche im Ort gesichtet. „Wir saßen zu Hause auf der Couch und hörten es plötzlich klappern“, erinnert sich Anwohnerin Carola Zapf. Tatsächlich hätten zwei Exemplare auf dem Hausdach gesessen. Vor allem jetzt, im Frühjahr, locken die Männchen mit ihrem Schnabelklappern Weibchen an und halten gleichzeitig ihre Konkurrenten auf Distanz. In Vinstedt gefällt es den Störchen offenbar gut. „Letzte Woche haben wir einen über die Wiese streifen sehen“, bestätigt Carola Zapf. „Im Gegensatz zu dem seltenen und scheuen Schwarzstorch hält sich der Weißstorch gerne in Menschennähe auf“, erklärt NABU-Mitglied Waldemar Golnik. Adebar habe die Vorteile von Gebäuden für sich entdeckt. „Nicht genutzte Schornsteine sind zum Nisten ideal.“ Auch sonst bietet Vinstedt alles, was das Storchenherz begehrt: Gemähte Wiesen, sumpfige Gebiete, einen kleinen Bach – und viel Nahrung: Mäuse, Frösche, Käfer und Heuschrecken.

Da wurde es höchste Zeit für eine Brutstätte. „Wir alle lieben Störche“, sagt Carola Zapf. „Hier dürfen sie nach Herzenslust klappern.“ Sie selbst ist an die Celle-Uelzen Netz GmbH herangetreten, die an anderen Orten bereits 22 solche Brutstätten errichtet hat. Und so hat das Unternehmen den zehn Meter hohen Freileitungsmast sowie eine ausrangierte Traverse, auf der das Nest aufliegt, bereitgestellt. „Durch die Traverse kommen keine Waschbären an das künftige Storch-Gelege“, erklärt Golnik. „Denn Waschbären lieben Storcheneier und können sehr gut klettern.“ Den 1,40 Meter großen Weidenkorb hat der NABU Uelzen beschafft.

Gemeinsam wurde ein zwei Meter tiefes Loch ausgehoben, bevor die Netzmonteure Horst Retzlaff und Sebastian Bamerjee mit schwerem Geschütz anrückten, um den Mast aufzurichten und zu fixieren. Sand wurde in 30-Zentimeter-Schichten aufgeschüttet und festgerüttelt. Schließlich bekam der Mast noch einen Wickel, damit er nicht so schnell fault. „Im Idealfall kann der Mast 20 Jahre hier stehenbleiben“, erklärt Retzlaff.

In den nächsten Tagen soll auch noch ein Zaun rund um die neue Brutstätte errichtet werden, denn auf der Wiese grasen Galloway-Rinder. „Die sind sehr neugierig“, weiß Carola Zapf. „Wir wollen natürlich nicht, dass sie den Mast zum Kippen bringen.“

Jetzt hoffen alle in Vinstedt auf den Klapperstorch. „Es wäre toll, wenn sich ein junges Storchenpaar hier niederlässt und es bald Nachwuchs gibt“, hofft Carola Zapf.

Von Sandra Hackenberg

Neues Heim für Klapperstörche in Vinstedt

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