Häppchen mit Botschaft

Müllers Hausmacher Wurst aus Ebstorf auf der Grünen Woche

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„Keine Kompromisse“ bei der Wurstherstellung: Blick in die Produktion des Ebstorfer Traditionsunternehmens Müllers Hausmacher Wurst, das erstmals auf der Grünen Woche vertreten ist.

Ebstorf – Es ist die Messe der Superlative: Heute öffnet die Grüne Woche in Berlin ihre Tore. 1800 Aussteller aus 72 Ländern präsentieren sich in den Messehallen, so viel wie noch nie. Mittendrin: Müllers Hausmacher Wurst aus Ebstorf.

Das Unternehmen, nach eigenen Angaben führender Hersteller von Wurstkonserven im norddeutschen Raum, ist erstmals in Berlin vertreten, und zwar auf dem Gemeinschaftsstand des Verbands Niedersächsischer Fleischindustrie in Halle 20.

Die Grüne Woche hätte nicht den Ruf als größte Fressmeile der Welt, wenn nicht auch die zehn Betriebe auftischen würden, was das Sortiment hergibt. Die Firma Müller hat ihr Markenzeichen, das Bauernfrühstück, sowie das neue Corned Beef im Gepäck, wie Gesellschafter Ekkehard Heilemann berichtet. Aber es geht um mehr, als mit Häppchen den Besuchern den Mund wässrig zu machen. Es geht auch darum, das Image der Branche zu verbessern.

Ekkehard Heilemann, Gesellschafter

„Es gibt so viele Fleischindustrieunternehmen, die gute Arbeit machen, Mitarbeiter beschäftigen und nicht nur Negativschlagzeilen produzieren“, formuliert Heilemann die Botschaft. Und die richtet sich nicht nur an den einfachen Besucher, sondern vor allem an die Politik. Allein beim Niedersachsenabend am Donnerstag werden 2000 geladene Gäste erwartet. „Da ist alles, was Rang und Namen hat“, so Heilemann. Ihnen will er nahebringen, dass die Markenartikler der Branche nach hohen Standards produzieren. „Das fängt an bei den Rohstoffen, bei der Wahl der Rezepte“, betont der Müller-Gesellschafter. Und diesen Standard honoriere der Kunde mit einem höheren Preis pro Glas oder Dose.

Mit dieser Strategie sei man auch nach der Gammelfleisch-Durchsuchung und der Fast-Pleite des Ebstorfer Traditionsunternehmens gut gefahren. „Wir haben bestimmte Lieferanten gewechselt, haben klare Linie gefahren von den Rezepturen. In vielen Bereichen haben wir von Tiefkühl- auf Frischfleisch umgestellt“, berichtet Heilemann. „Keine Kompromisse“, so umreißt er die Devise seit der Übernahme durch ihn und den Bremer Verpackungsspezialisten Volkmar Kaminski im Jahr 2016. Insgesamt haben die neuen Eigentümer 1,4 Millionen Euro in die Technik investiert. Nach anfänglichem Personalabbau wegen der Auslagerung des Keller-Lagers wuchs die Belegschaft auf derzeit 60 Mitarbeiter. Derzeit wird eine Vergrößerung der Kühlung in diesem Jahr geprüft. Und es werden weiter Fleischer, Facharbeiter für Lebensmitteltechnik und Produktionsarbeiter zum Anlernen gesucht. Man stehe zum Standort, stellt Heilemann klar. „Müller gehört zu Ebstorf.“

• Auf der Grünen Woche vertreten sind aus der Region außer Müller auch die Uelzener Allgemeine Versicherung, die Interessengemeinschaft der Weidetierhalter, die Privatbrauerei Wittingen, der Natursafthersteller Voelkel aus Lüchow-Dannenberg, die Salzwedeler Baumkuchenfabrik sowie die Salzwedeler Baumkuchen GmbH.

VON GERHARD STERNITZKE

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