Hähnchenmast vor Toren Stadorfs

In Stadorf soll eine Hähnchenmastanlage entstehen.

Stadorf - Von Wiebke Brütt. Licht ins Dunkel sollte am Dienstag in die Planungen zur Hähnchenmastanlage in der Gemeinde Schwienau kommen. Denn Landwirt Karsten Schulz hatte alle Stadorfer Bürger per Flugblatt zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Im Stadorfer Feuerwehrgerätehaus räumte er mit Gerüchten auf und stellte sich den Fragen der Anwohner.

Im Vorfeld hatte es bereits Spekulationen über die Anzahl der geplanten Ställe und verschiedene Standorte gegeben (die AZ berichtete), entsprechend hitzig begann die Veranstaltung. „Wir sind noch ganz am Anfang der Planungen“, versuchte Karsten Schulz die Teilnehmer der Informationsveranstaltung zu beruhigen.

„Dass wir gegen einen Maststall sind, ist klar. Aber wir akzeptieren, dass ihr ein anderes Standbein braucht“, hieß es aus Reihen der Kritiker. Dennoch hakten sie vor allem bei den Themen Geruchsbelästigung und Keimbelastung nach. „Die Anlage steht dann etwa 600 Meter vom Dorf entfernt. Ihr könnt mir doch nicht sagen, dass man das nicht riecht“, merkte eine Zuhörerin an. Der potentielle Betreiber argumentierte mit der Windrichtung: Meistens wehe es von Westen her und so am Dorf vorbei. Nur wenn der Wind aus Süden komme oder das Wetter drückend sei, könnte es in Stadorf etwas stinken. Den Mist will der Landwirt dann bis zu zweimal im Jahr auf seine Felder ausbringen. Mist, der außerhalb dieser Zeiten anfällt, wird zwischengelagert.

„Wir haben anfangs selber Bedenken gehabt“, erklärt Schulz. „Darum haben wir uns die Ställe anderer Landwirte angeschaut. Wenn ich schon mit sowas anfange, will ich ja auch wissen, wie das abgeht. Und ich muss sagen, die Anlagen waren sauber.“

Zurzeit stehen zwei Standorte für die Errichtung einer Hähnchenmastanlage für 39 850 Tiere zur Auswahl – entweder vor Stadorf aus Groß Süstedt kommend, oder eine Fläche am Rande des Dorfes, in Richtung Barnsen.

Favorisiert wird vom Landwirt momentan die erste Vari-ante. „Da ist die Zuwegung einfach besser“, erklärt er. Bisher stehen aber weiterhin Genehmigungen und Gutachten für das Bauvorhaben aus. Wann genau und ob die Pläne umgesetzt werden können, steht darum noch nicht fest. Klar ist aber, dass der Landwirt „so schnell wie möglich“ beginnen möchte.

Auf die Frage, ob er noch weitere Anlagen bauen möchte, antwortete Karsten Schulz vorsichtig: „Wir planen gerade eine Anlage. Ich möchte mir aber auch die Möglichkeit offen halten, noch einen zweiten Stall oder eine Biogasanlage zu bauen. Das steht aber jetzt nicht zur Diskussion.“

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