Ausbau und Elektrifizierung der Amerikalinie / Forderung nach Unterführung

Güterzüge sollen über Ebstorf rollen

Das Ebstorfer Stellwerk mit Andreaskreuz am Bahnübergang
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Bislang fährt nur der Erixx durch Ebstorf - hier am Stellwerk. Im Rahmen des Ausbaus und der Elektrifizierung der Strecke werden hier 30 Güterzüge am Tag passieren.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Es geht beschaulich zu an der Bahn in Ebstorf. Nur die Triebwagen des Erixx rollen in größeren Abständen an dem Klosterflecken vorbei. Es ist lange her, dass hier die landwirtschaftlichen Produkte der Region verladen wurden, dass die Güterzüge zum Alltag gehörten. Das wird sich ändern.

Ebstorf – Im Zuge des Ausbauprojekts Alpha-E (AZ berichtete mehrfach) plant die Deutsche Bahn den Ausbau der sogenannten Amerikalinie, die von Uelzen über Ebstorf und Soltau nach Bremen führt.

Eine Bahnsprecherin fasst die Pläne zusammen: „Ertüchtigung und Elektrifizierung der Strecke Langwedel-Uelzen inklusive des Baus von neun Kreuzungsbahnhöfen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometer für den Schienengüterverkehr. Für den Schienenpersonennahverkehr sollen acht Minuten Fahrzeitverkürzung zwischen Bremen und Uelzen erreicht werden.“

30 Güterzüge pro Tag

Diese Ziele haben Gesetzeskraft, sind im Schienenverkehrswegegesetz festgehalten. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist nachzulesen, was das für Ebstorf/Altenebstorf, Westerweyhe und Bahnhof-Brockhöfe bedeutet. Während die Planer für 2030 ohne Veränderungen von einem Güterzug täglich auf der Strecke ausgehen, wären es bei Umsetzung des Konzepts 30. Zum Vergleich: Auf der Hauptstrecke sollen durch den dreigleisigen Ausbau zwischen Lüneburg und Uelzen statt 292 Güterzügen im Jahr 2030 362 Züge rollen können.

„Ziel der Planungen im Bahnprojekt Hamburg/Bremen–Hannover ist es, eine verkehrlich engpassfreie, pünktliche und zukunftsfähige Schieneninfrastruktur zu schaffen, die umweltfachlich vorzugswürdig und raumordnerisch darstellbar ist“, betont die Sprecherin. Nähere Angaben zur Belastung für die Orte an der Amerikalinie kann sie noch nicht machen. „Die Planungen im Abschnitt Langwedel-Uelzen befinden sich in einem frühen Stadium. Mit fortschreitender Planung und ersten Erkenntnissen geht das Projektteam auf die Vertreterinnen der Kommunen zu und intensiviert den bereits begonnenen Dialog.“ Das heißt, dass es auch keine Aussagen zur Lärmbelastung und dem Anspruch von Anwohnern auf Lärmschutzwände oder -fenster gibt. Die tatsächliche Zahl der Züge sei von der konkreten Ausgestaltung des übrigen Schienennetzes abhängig.

In Ebstorf gibt es vergleichsweise wenig direkte Anwohner an der eingleisigen Bahnstrecke. Abzusehen ist jedoch, dass sich die Schranken an der Landesstraße zwischen dem Klosterflecken und der Kreisstadt Uelzen deutlich häufiger senken dürften.

„Wenn diese Planungen umgesetzt werden, werden wir uns nicht querstellen“, sagt Gemeindedirektor Hans Peter Hauschild. „Aber wir würden, damit es am Bahnübergang nicht zu Staus kommt, gern eine Unterführung in Richtung Uelzen haben.“ Im Bereich von Wohnbebauung im Klosterflecken müsse es Lärmschutz geben, fordert Hauschild: „Es muss alles gemacht werden, damit die Bewohner geschützt werden.“

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