Gruppenraum bleibt leer

Die kleine Franka ist eines von derzeit 23 Krippenkindern in Ebstorf.

Ebstorf - Von Wiebke Brütt. Zwei Monate stehen die Türen der Krippe an der Ebstorfer Fischerstraße inzwischen offen – nur einrennen wollen sie Eltern und vor allem ihre kleinen Kinder noch nicht. Gestartet war der Krippenbetrieb am 6.

April mit 23 Kindern – 45 hätten in der neu gebauten Kindertageseinrichtung Platz. Und auch heute sieht es nicht besser aus: Noch immer ist die Krippe nur zur Hälfte ausgelastet. „Es kommen Nachfragen, aber dabei bleibt es meistens auch“, sagt Krippenleiterin Nicole Meiger. Inzwischen werden Kinder aus der ganzen Samtgemeinde in der Einrichtung angenommen – anfangs waren die Plätze ausschließlich für die Jüngsten des Fleckens bestimmt. Doch die Nachfrage bleibt verhalten: Vier weitere Kinder – aus Wriedel, Eimke, Gerdau und Westerweyhe – haben den Weg in die Krippe gefunden.

Bisher läuft der Krippenbetrieb – um die Kosten für den Flecken möglichst gering zu halten – nur mit zwei der geplanten drei Gruppen. Meiger: „Wenn das so weiter läuft, können wir im August nicht mit der dritten Gruppe starten.“ Denn dafür müssten mindestens noch fünf weitere Anmeldungen eingehen. Heinz Meierhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, sieht die Situation gelassen: „Die Situation beunruhigt mich nicht. Es ist die erste

Krippe in Ebstorf, das muss sich erst einpendeln. Interessant ist doch, wie viele Kinder zum August angemeldet werden. Und da bin ich optimistisch.“

Die Größe der Krippe war auf Grundlage einer Elternbefragung festgelegt worden. „In Wrestedt ist dieses Prinzip aufgegangen“, erklärt Gemeindedirektor Torsten Wendt. Im Sommer 2009 hatten sich die Eltern von rund 60

Kindern für einen Betreuungsplatz interessiert. Wendt: „Ich kann mir unsere Zahlen nur mit dem verzögerten Krippenbau und den Elternbeiträgen erklären.“ Einen finanziellen Schaden für den Flecken erwartet der Verwaltungschef aber nicht: „Das gravierende Problem ist nicht der Bau, sondern die laufenden Betriebskosten.“ Und Betriebskosten spart der Flecken, wenn zwei Erzieherinnen, die eigentlich für die dritte Gruppe geplant waren, nicht gebraucht werden.

Wendt sieht hier aber auch Bund und Land in der Pflicht: „Die Schaffung von Krippenplätzen ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Bund und Land haben sich an den Baukosten beteiligt. Ein Großteil der Betriebskosten bleibt an den Gemeinden hängen. In Zeiten sinkender Steuereinnahmen führt das zwangsläufig zu einer wachsenden Verschuldung unserer Haushalte.“

Anmeldungen sind weiter möglich. Weitere Informationen gibt es direkt in der Krippe oder telefonisch: (0 58 22) 94 61 33.

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