Glühwein nur geimpft und genesen?

Bürgermeister zur Diskussion über Regeln für den Ebstorfer Weihnachtsmarkt

Ebstorfer Weihnachtsmarkt am Kloster mit vielen Besuchern an den Glühweinständen.
+
Über die Zugangsregeln für den Ebstorfer Weihnachtsmarkt ist eine kontroverse Diskussion entbrannt. Der Verwaltungsausschuss will nun die Ende November gültige Landesverordnung abwarten.

Ein Bild aus Zeiten vor Corona. Ein Weihnachtsbaum, die alten Mauern des Ebstorfer Klosters, Menschen, die sich am Glühweinstand drängen. Nach einem Jahr Pause soll es am ersten Adventswochenende, also am 27. und 28. November, wieder einen Ebstorfer Weihnachtsmarkt geben. Allerdings hat der Wirtschaftsausschuss empfohlen, nur Geimpften oder bereits von der Erkrankung Genesenen (2G, die AZ berichtete) Zutritt zu gewähren. Diese Beschränkung wird kontrovers diskutiert.

Ebstorf – Ein Bild aus Zeiten vor Corona. Ein Weihnachtsbaum, die alten Mauern des Ebstorfer Klosters, Menschen, die sich am Glühweinstand drängen. Ein Stück vorweihnachtliche Atmosphäre und Gemeinschaftgefühl. Nach einem Jahr Pause soll es am ersten Adventswochenende, also am 27. und 28. November, wieder einen Ebstorfer Weihnachtsmarkt geben. Allerdings hat der Wirtschaftsausschuss empfohlen, nur Geimpften oder bereits von der Erkrankung Genesenen (2G, die AZ berichtete) Zutritt zu gewähren. Diese Beschränkung wird kontrovers diskutiert.

Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking erklärt, dass ein Weihnachtsmarkt mit Abstand und Maskenpflicht nicht durchführbar ist.

In der Facebook-Gruppe „Ebstorf frei Schnauze“ ist unter anderem von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft die Rede. Gesunde Menschen würden ausgeschlossen, nur weil sie nicht geimpft seien. Andere verteidigen die Regel, die es ermögliche, gemeinsam zu feiern. Auch per Mail erhält Bürgermeister Heiko Senking auf den AZ-Bericht teils sehr harsche, aber auch zustimmende Reaktionen.

Auch im Wirtschaftsausschuss wurde die Frage 2G oder 3G, also auch geöffnet für negativ Getestete, diskutiert. Am Ende entschieden sich die Politiker für die schärfere Regelung. „Dann ging der Shitstorm bei mir los“, erzählt Senking. „Das war schon sehr massiv.“ Teilweise sei er beschimpft worden. Kritiker sehen den Zusammenhalt im Ort durch die Ausschlussregel gefährdet. Einzelne versteigen sich zu Vergleichen mit der NS-Zeit.

Wir sind für die Folgen voll haftbar zu machen.

Bürgermeister Heiko Senking

„Bei 3G müssten wir Abstände einhalten und Masken tragen. Das ist beim dritten Glühwein unmöglich“, erklärt der Bürgermeister. „Wir sind für die Folgen voll haftbar zu machen.“ Das Land hat es in seiner Verordnung Veranstaltern, Gastronomen und Kommunen freigestellt, sich für eine der beiden Regelungen zu entscheiden. Die Kehrseite: Im Fokus der Kritik steht die Kommune, die die Verordnung nicht gemacht hat, moniert das Fleckenoberhaupt.

Land lässt Veranstalter, Gastronomen und Kommunen allein

„Ich kann die Argumente von der einen und der anderen Seite akzeptieren“, sagt Senking. Viele Menschen seien in Sachen Impfung immer noch verunsichert. Es handele sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem. „Auf der einen Seite gibt es keine Impfpflicht, auf der anderen Seite die Maßnahmen. Wir müssen versuchen, die Leute mitzunehmen“, fordert der Bürgermeister. „Das ist eine Aufgabe, die nicht nur von der Kommunalpolitik, sondern von der Landesregierung gelöst werden muss. Ich bin gespannt, was das Land sich einfallen lässt.“

Kritik an den Regeln hatte auch der niedersächsische Städtetag geübt. Die Regeln seien völlig unpraktikabel, hatte Präsident Ulrich Mädge, inzwischen aus dem Amt ausgeschiedener Lüneburger Oberbürgermeister, kritisiert. Man könne die Märkte nicht einzäunen, eine Lösung mit Bändchen sei aufwendig und könne nicht von den Marktbeschickern kontrolliert werden.

Der Ebstorfer Verwaltungsausschuss hat auf die Bürgerkritik reagiert. Ob 2G oder 3G, wird zunächst offengelassen. Angewendet werden sollen die Regeln, die dann Ende November im Land gelten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare