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Gewinn im knallharten Wettbewerb

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Von: Ines Bräutigam

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Der geschäftsführende Vorstand Volker Bormann berichtete den Gästen der Generalversammlung in einer voll besetzten Jabelmannhalle vom zurückliegenden Geschäftsjahr. Foto: Bräutigam
Der geschäftsführende Vorstand Volker Bormann berichtete den Gästen der Generalversammlung in einer voll besetzten Jabelmannhalle vom zurückliegenden Geschäftsjahr. © Bräutigam

Ebstorf/Clenze. Das erste gemeinsame Jahr der Vereinigten Saatzuchten Ebstorf mit der Saatbau Clenze nach deren Verschmelzung zur Vereinigten Saatzuchten eG (VSE) war ein arbeitsreiches:

Zwar wurde im zurückliegenden Wirtschaftsjahr vom 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 mehr Masse bewegt, die Wertumsätze jedoch sind gesunken. Insgesamt setzten die VSE 425 781 Tonnen an Waren und Dienstleistungen um – ähnlich viel wie 2015/2016, doch der monetäre Umsatz sank von 145 Millionen auf 137 Millionen Euro.

Volker Bormann, geschäftsführender VSE-Vorstand, erklärt das gestern in der Generalversammlung der VSE in der Uelzener Jabelmannhalle vor allem mit niedrigen Düngerpreisen – die wiederum von Vorteil für die Landwirte seien. Nicht nur der Düngemittelumsatz ist trotz größerer Mengen deutlich gesunken, auch beim Saatgetreide verzeichneten die VSE Einbrüche. Das liege vor allem an einer Verschiebung beim Anbau, erläutert Bormann. Statt Getreide würden Landwirte zunehmend Zuckerrüben anbauen. „Insgesamt sind die Zahlen aber in Ordnung.“

Leichte Umsatzzuwächse verzeichneten die VSE beim Verkauf von Pflanzenschutzmitteln. Und Volker Bormann stellt vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte im AZ-Gespräch klar: „Wir brauchen Pflanzenschutz. Wenn ein Mensch krank ist, braucht er auch Medizin.“ Vor allem feuchte Jahre wie derzeit, ergänzt Vorstand Eckhard Hinrichs, erforderten den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Stichwort: Krautfäule, vor allem bei Kartoffeln. Von kranken Pflanzen habe am Ende auch der Verbraucher nichts, sagen die beiden. „Und kein Landwirt fährt freiwillig mit der Feldspritze über seinen Acker“, betont Volker Bormann.

Einen „absoluten Rekord“, sagt er, erzielten die VSE beim Konsumgetreide – das ist Getreide, das unter anderem an Mühlen und andere Verarbeiter geliefert wird. Der Umsatz stieg hier im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr um 9303 Tonnen auf 177 536 Tonnen. Weniger rosig sieht es derweil beim Umsatz von Futtermitteln aus: Wurden 2014/2015 noch rund 12,1 Millionen umgesetzt, waren es 2015/2016 noch 9,3 Millionen Euro – im vergangenen Wirtschaftsjahr waren es knapp 8 Millionen Euro. Nach der Schließung des Futtermittelwerks Wrestedt seien viele Landwirte zu Wettbewerbern gewechselt, erklärt Volker Bormann den Rückgang. Gerade für große Tierhaltungsbetriebe sei der Preis ein wichtiges Kriterium – und da könne die VSE gegenüber großen überregionalen Futtermittelanbietern kaum mithalten.

Das Kerngeschäft der VSE ist und bleibt jedoch die Kartoffel. „Wir hatten trotz des Wetters noch ein gutes Kartoffeljahr“, resümiert Eckhard Hinrichs. Dennoch sind Umsatz und Warenmengen 2016/2017 leicht gesunken. Der Kartoffelpreis ist derzeit niedrig. Und dieser Trend werde sich wohl auch 2018 fortsetzen, prognostiziert Prokurist und Verwaltungsleiter Gerhard Lüdemann aufgrund von Erfahrungswerten.

Mit dem Bilanzgewinn von 632 500 Euro sei man am Ende durchaus zufrieden. Auch eine Dividende von zwei Prozent wird an die VSE-Mitglieder ausgezahlt. Für diejenigen aus dem Clenzer Bereich ist es die erste nach drei mageren Jahren, als die dortige Saatbau noch allein wirtschaftete und irgendwann in Schieflage geriet. Insgesamt sei die Verschmelzung der Ebstorfer und der Clenzer eine richtige und wichtige Entscheidung gewesen, betonen Volker Bormann und sein Clenzer Kollege, Geschäftsführer Friedhelm Ott. In einem „knallharten Wettbewerb“, so Bormann müsse man am Ende des Tages das Gesamtgeschäft sehen. „Und da sind wir stolz auf das Ergebnis.“

Von Ines Bräutigam

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