Jakobskraut bereitet Viehhaltern Sorgen / Kreisveterinär mahnt zur Vorsicht

Gelbes Gift auf dem Vormarsch

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Hübsch blüht das Jakobskreuzkraut an den Wegesrändern: Doch die Gefahr, die von der Pflanze ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Vor allem Besitzer von Weidevieh sollten auf das Kraut achten.

Landkreis/Brockhöfe. Strahlend gelb blüht das Jakobskreuzkraut an Gehwegen und auf Wiesen – vermehrt auch im Landkreis Uelzen. Vor allem im Nord- und Westkreis werden die Pflanzen gesehen.

Doch was so hübsch ausschaut, könnte manch einem Verbeiner im Halse stecken bleiben – zumindest, wenn zu viel davon verspeist wird.

„Das Kraut breitet sich aus“, bestätigt Wilfried Meyer vom BUND-Kreisverband Uelzen. Noch stehen die buschigen Pflanzen noch nicht in Blüte, in Kürze dürften sie aber gelb auf manchen Weiden und Wiesen zu sehen sein. Und genau dort liegt die Gefahr: „Wenn Weidetiere das fressen, kann es zu Vergiftungen kommen“, erklärt Uelzens Kleisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer auf AZ-Nachfrage. Akute Vergiftungsfälle seien ihm zwar noch nicht bekannt, aber er mahnt: „Gute Weidehygiene ist wichtig. Jeder, der Weidetiere hat, rate ich, das Kraut zu bekämpfen.“

Denn auch wenn das Kraut dem Gaumen der Tiere nicht besonders zu schmeicheln scheint und sie darum lieber vom frischen Gras statt vom Jakobskreuzkraut naschen, gebannt ist die Gefahr nicht: „Das Problem ist eher, wenn die Pflanze in das Heu kommt“, erklärt Meyer vom BUND. Denn dann erkennen die Tiere den Übeltäter nicht. Bereits kleine Dosen schädigen die Leber dauerhaft. „Das Gift wird nicht abgebaut, sondern in der Leber angesammelt“, weiß auch Frauke Niemann-Laue, die mit ihrem Mann einen Reiterhof in Brockhöfe betreibt.

Seit rund drei Jahren beobachtet sie die Vermehrung der gelb blühenden Pflanze im Landkreis Uelzen – in Grünstreifen, Rabatten und an Straßenrändern. Auf ihren 50 Hektarn Grünfläche achten sie wachsam auf den floralen Übeltäter. „Das Zeug wächst wirklich überall. Das ist eine echte Katastrophe“, sagt die Brockhöfener Pferdebesitzerin. „Sobald mein Mann beim Mähen die Pflanzen sieht, springt er von der Maschine und reist die Pflanze raus. Wir mähen nur für den Eigenbedarf und sind damit dann auch auf der sicheren Seite. Sicher macht sich nicht jeder die Mühe und die Frage ist auch, ob jeder das Kraut erkennt.“

Von Wiebke Brütt

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