Planungen für den Klosterflecken: Durchstarten mit der „Ebstorfer Elf“

Frühlingserwachen in Ebstorf

Das Kloster ist ein Pfund mit dem Ebstorf wuchern soll – nach Meinung des Experten.

Ebstorf. Wie der Trainer der Nationalelf beschwört Arnd Jenne, Berater für Stadtentwicklungskonzepte, seine Zuhörer zur Umsetzung des Maßnahmenkatalogs „Die Ebstorfer Elf“. „Aus der Deckung kommen“, heißt seine Devise.

„Servieren Sie Ihren Gästen oder sich selbst mal einen ,Domänenteller’ oder eine ,Klosterplatte’!“.

Engagierte Rede: Arnd Jenne präsentierte einen Strauß von Ideen für den Klosterflecken. Was davon umsetzbar ist, wird die Zukunft zeigen. Fotos: Jansen (1)/ Wendlandt (1)

Um als Ort oder Gemeinde ein Selbstbewusstsein zu erlangen, müssten sich alle Bürger, zumindest aber die Akteure mit ihrem Flecken identifizieren können. „Hören Sie auf im selbstzerfleischenden Masochismus Ihre Umgebung schlecht zu reden“, entschuldigt sich Jenne noch im gleichen Atemzug für seine „schonungslose Deutlichkeit“. Die Identifikation mit dem Ort heißt, „sich mit allen Angeboten und Vorteilen, die Ebstorf zu bieten hat, zu identifizieren“, ermuntert Jenne zur offensiven Umsetzung des Maßnahmenplans „Die Ebstorfer Elf“. Zum dritten und letzten Workshop war Jenne noch einmal aus Essen angereist, „um Ihnen heute etwas an die Hand zu geben, mit dem wir arbeiten können.“ Um ein ganzheitliches Konzept für die Entwicklung des Ortes ging es Klosterflecken und Jenne in den vergangenen Monaten (die AZ berichtete). Inzwischen habe er alle Vorschläge und Ideen, die von den Workshop-Teilnehmern erarbeitet worden waren, „quer durch den Gemüsegarten“ analysiert und klassifiziert. „So zeichnen sich drei Säulen ab, auf denen wir bauen können.“ Dazu gehöre das Ortsbild mit seinen kompletten Strukturen sowie das Kloster-Ensemble plus Weltkarte.“ Die weiteren Säulen seien die Lebensqualität, die der Ort mit seiner Infrastruktur, wie Einkaufsmöglichkeiten und Schulen bildet, aber auch die gut angebundene Mittellage des Ortes.

„Für Menschen zwischen 18 und 30 vielleicht nicht der geeignete Wohnort“, fokussiert Jenne die Zielgruppe, „aber für alle anderen – junge Familien und alle diejenigen, die den Trubel einer Großstadt nicht mehr brauchen, beruflich etablierte Menschen und all diejenigen, deren Kinder schon ausgezogen sind. „Sorgen Sie dafür, dass jeder im Ort über alle Angebot gut informiert ist!“ Nur mit dem Gesamtangebot könne sich der Einwohner identifizieren und ein Selbstbewusstsein für seinen Ort entwickeln.

Die Ideen Jennes werden nun in Arbeitsgruppen weiterentwickelt und in praktische Handlungsmaßnahmen umgesetzt – damit letztendlich alle Bereiche aus einem Guss sind.

Von Angelika Jansen

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