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Schüler der Oberschule Ebstorf setzen sich für den Frieden in der Ukraine ein

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Schüler als Peace-Zeichen auf dem Schulhof.
Aus Solidarität mit den Menschen in der von Russland angegriffenen Ukraine bildeten die 500 Schüler der Oberschule Ebstorf ein Peace-Zeichen. © Privat

Berlin, Posen, Warschau, Lublin. 1600 Kilometer sind es laut Routenplaner bis Kiew, der ukrainischen Hauptstadt. Aber für manche Schüler der Oberschule Ebstorf ist der Abstand gefühlt sehr viel geringer, denn ihre Großeltern leben noch in dem Land, das in der Nacht zum 24. Februar von russischen Truppen angegriffen wurde. Die Schule beließ es gestern nicht bei der Besorgnis angesichts des Krieges in Europa.

Ebstorf – 500 Schüler stellten sich zum Peace-Zeichen, dem Friedenssymbol, auf, malten Friedenstauben und gingen mit ihnen durch den Klosterflecken.

„Ich bin heute Nacht wachgeworden und habe gedacht: Diesen Tag so gestalten wie immer, das geht nicht“, erzählt Schulleiterin Heike Matthies. „Da kann man nicht zum Alltag übergehen. Das geht uns alle an.“ Um sechs Uhr schrieb sie alle Lehrerkollegen an. Der Angriff auf die Ukraine, das war Thema nicht nur im Politik- und Erdkunde-Unterricht, sondern auf im Französisch-Unterricht der Schulleiterin wurde Lieben und Hassen durchkonjugiert. Für die Schüler der unteren Klassen gab es auch Links zu den Kindernachrichten, in denen der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine verständlich erklärt wird.

Schüler ziehen mit Friedenstauben vorbei am Ebstorfer Schützenhaus.
Mit ihren Friedenstauben ziehen die Schüler der Oberschule Ebstorf durch den Klosterflecken, hier vorbei an Schützenhaus und Schützenplatz. © Privat

„Wir ziehen in den Frieden“, sangen die Schüler nach dem Text von Udo Lindenberg. „Wir sind schlafende Riesen. Aber jetzt stehen wir auf.“ Dass die Vorgänge im Osten Europas viele Schüler beschäftigen, zeigen die Botschaften, die sie in oder um ihre Friedenstauben geschrieben hatten. Es berührt sie, dass Menschen in der Ukraine Angst haben und fliehen müssen. „Gewalt ist niemals eine Lösung“, hieß es da – „auch auf dem Schulhof.“ „Love and Peace“ (Liebe und Frieden) war zu lesen.

Schülersprecherin Nane Elbers verlas auf dem Schulhof die ersten Artikel des Grundgesetzes und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen“, heißt es in Paragraph eins der Letzteren. Zwischen den Worten der Schülersprecherin herrschte Stille auf dem Pausenhof.

Mit der Aktion habe man die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zeigen wollen, erklärt Schulleiterin Matthies. „Wir denken an euch. Frieden ist das höchste Gut, das wir haben.“ Dafür stünden die 500 Friedenstauben, die die Schüler hergestellt hatten. Für das menschliche Peace-Zeichen waren zuvor die Linien aufgesprüht worden. Die Schüler stellten sich auf diesen auf und hielten die Friedenstauben über ihre Köpfe.

Aktion entspricht dem Bildungsauftrag der Schule, ist die Schulleiterin überzeugt

Mit den Kollegen habe sie kontrovers über die Aktion diskutiert, berichtet Heike Matthies. Diese sei nicht politisch gedacht und entspreche genau dem Bildungsauftrag der Schule, erklärte sie bei der Kundgebung auf dem Schulgelände. Darin gehe es um Humanismus, Grundrechte, Freiheit, Demokratie, Toleranz und Verständigung zwischen den europäischen Völkern. „Genau das tun wir hier und heute.“

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