Ebstorfer sind jetzt Mitglied bei Freifunk Uelzen e.V. / Verein wächst seit 2014 stetig

Freies W-Lan im Klosterflecken

An der Tourist-Info und anderen Stellen im Klosterflecken Ebstorf hat der Freifunk-Verein den kostenlosen Zugang zum Internet geschaffen.
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An der Tourist-Info und anderen Stellen im Klosterflecken Ebstorf hat der Freifunk-Verein den kostenlosen Zugang zum Internet geschaffen.
  • VonInes Bräutigam
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Ebstorf/Landkreis. Immer und überall online zu sein, ist für viele nicht nur mehr die Ausnahme, sondern längst ein Grundbedürfnis, das zum Alltag dazu gehört. Doch nicht alle können das weltweite Datennetz in dem Rahmen nutzen, wie sie es möchten, weil ihnen der Zugang fehlt.

Rüdiger Biernat

Aus Kosten- oder anderen Gründen. Der gemeinnützige Verein „Freifunk Uelzen e. V. “ hat sich auf die Fahnen geschrieben, „freies W-Lan für alle und jeden zu ermöglichen“, wie dessen Vorsitzender Rüdiger Biernat es auf den Punkt bringt. Und genau das Ziel verfolgt auch der Klosterflecken Ebstorf, der jetzt Mitglied des Vereins geworden ist. Bei der Feuerwehr, im Mehrgenerationenhaus, an der Kinderkrippe, im Eiscafé und der Tourist-Info, auf dem Campingplatz und am WaldeMar stehen nun je ein oder gleich mehrere Router des Vereins, die den Ebstorfern freien Zugang ins Internet gewähren. „Wir sind seit unserer Gründung 2014 kontinuierlich gewachsen“, sagt Biernat. „Mittlerweile arbeiten wir sogar länderübergreifend – in der Altmark, im Landkreis Gifhorn, in Uelzen, im Wendland und im Heidekreis stehen unsere Router.“ Inzwischen sind es mehr als 700 Geräte, die der Verein an sogenannten Hotspots zur Verfügung stellt.

Die Freifunker arbeiten dabei mit privaten Interessenten, aber auch – wie im Ebstorfer Fall – mit öffentlichen Partnern zusammen. Wer einen Freifunk-Router aufstellen möchte, kauft ihn einfach, schließt ihn ans Internet an und spielt die Freifunk-Software auf – schon kann sich jeder, der online gehen möchte, dort einwählen und „lossurfen“. Wer in puncto Sicherheit Bedenken hat, den kann Rüdiger Biernat beruhigen. „Die Freifunk-Knoten sind genauso sicher oder unsicher wie andere Hotspots.“ Dass vor unverschlüsselten Zugängen gewarnt werde, sei „Quatsch“, sagt der Software-Experte. Es werde auch nichts protokolliert. Daher könne der Verein auch nur schätzen, dass in Spitzenzeiten bis zu 1400 Nutzer über die Freifunk-Knoten online sind.

Niemand müsse Mitglied im Verein sein, um einen Freifunk-Router aufstellen zu können, sagt Biernat. Natürlich aber helfe eine Mitgliedschaft, die 60 Euro pro Jahr koste. „Denn wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.“

Die Motivation für dieses gemeinnützige Engagement bringt der Vereinsvorsitzende so auf den Punkt: „Kein Mensch soll benachteiligt werden“, bezieht sich Biernat auch auf die Europäische Menschenrechtskonvention. „Jeder sollte ein Anrecht auf freien Zugang zum Internet haben. Da geht es auch um Bildung und Informationsvermittlung. Deutschland ist in Sachen Internet allerdings noch Entwicklungsland.“

Von Ines Bräutigam

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