Die unbekannte Förderung

Der Flecken Ebstorf bezuschusst Ausbau von Ferienwohnungen – großzügig!

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Wer in Ebstorf Wohnraum zu Ferienwohnungen ausbaut, kann vom Klosterflecken Ebstorf eine Förderung bekommen, wenn er vor Beginn der Bauarbeiten einen Antrag stellt. So sehen es entsprechende Förderrichtlinien vor. Teile der Fleckenpolitik sehen das allerdings nicht so eng und gewährten jetzt auch außer der Reihe einen Zuschuss.

Ebstorf. Wer in Ebstorf Urlaub machen möchte, sucht ein Hotel vergeblich. Dafür aber gibt es reichlich Ferienwohnungen, die den Gästen für die schönste Zeit des Jahres eine Unterkunft bieten.

Um den Anbietern dieser Domizile unter die Arme zu greifen, hat der Klosterflecken 2013 Richtlinien zur Förderung von Privatzimmern und privat vermieteten Ferienwohnungen formuliert. „Das wissen aber die meisten gar nicht“, berichtete Angela Geschonke jüngst in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus.

Anlass für ihre Erklärung war der Antrag von Vermietern, die eben besagte Förderung in Anspruch nehmen möchten. Allerdings hatten die Ebstorfer ihre Ferienwohnung schon vor drei Jahren ausgebaut. Und damit würden sie laut Förderrichtlinien leer ausgehen, denn dort heißt es ausdrücklich, dass der jeweilige Antrag „vor Beginn des Förderprojekts“ im Rathaus eingereicht werden müsse.

Hans-Peter Hauschild (SPD) fand das nicht so dramatisch. Wenn jemand Ferienwohnungen schaffe, dann sei das gut für den Tourismus. „Da sollten wir nicht so streng sein.“ Auch Jens Ziegeler (UWG) sah die Sache nicht so eng. „Wenn wir den Tourismus fördern wollen, dann müssen wir auch mal Fünfe gerade sein lassen“, appellierte er.

Bei Uwe Beecken (FBE) jedoch fand er da keine Zustimmung. „Es gibt Richtlinien, und die haben ihren Sinn. Wenn wir uns nicht daran halten, dann können wir hier gleich einpacken und nach Hause gehen“, schüttelte er verständnislos den Kopf. Catharina Förster (CDU) stimmte zu. Sie könne dem Antrag nicht stattgeben, weil die Ferienwohnung schon fertig war, als er gestellt wurde. Und das widerspreche den Richtlinien.

Angela Geschonke merkte an, dass genau dieses Problem öfter vorkomme. Eben weil die Fördermöglichkeiten nicht bekannt seien.

Aber es gibt auch Vermieter, die ihre guten Gründe haben, erst einmal abzuwarten: In dem besagten Fall handelt es sich um eine relativ große Ferienwohnung, und deren Eigentümer waren sich einfach nicht sicher, ob es dafür eine Nachfrage gibt. Also wollte man die Nutzung erst einmal erproben. Nach dem Probelauf stellte sich dann aber heraus: Die mit fünf Sternen klassifizierte Wohnung findet durchaus Mieter, und ihre Eigentümer gehen nun davon aus, sie langfristig anbieten zu können.

Laut Förderrichtlinien könnten in diesem Fall maximal 2500 Euro als Finanzspritze zur Verfügung gestellt werden. Hans-Peter Hauschild appellierte, „ein Zeichen zu setzen“ und den Anbietern besagter Ferienwohnung zumindest 1000 Euro Zuschuss zu gewähren. Auch wenn die Richtlinien streng genommen nicht eingehalten worden seien. Die Ausschussmitglieder stimmten diesem Vorschlag am Ende mehrheitlich zu.

Von Ines Bräutigam

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