Klackern auf dem Schützenplatz

Fast 100 Starter beim großen Boule-Turnier in Ebstorf

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Wurf zum Sieg: Walter Becker vom TuS Nenndorf. „Man muss ein gutes Auge haben“, sagt der 69-Jährige. Fast 100 Teilnehmer werden bei dem Boule-Turnier auf dem Ebstorfer Schützenplatz gezählt.

Ebstorf – Es ist kein lauter Sport. Gemurmel liegt am 1. Mai über dem Ebstorfer Schützenplatz. Nur das Klacken der Kugeln ist deutlich vernehmbar, wenn eine die andere trifft.

Und, wer näher an eine der 30 Bahnen herantritt, vernimmt auch den leisen Aufprall der geworfenen Metallkugeln auf dem steinigen Grund. Eigens von einem Sponsor, einem Ebstorfer Bauunternehmen, gewalzt, startet so um 10. 06 Uhr das große Turnier des Ebstorfer Boule-Treffs.

Wie hat Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking doch gleich zur Eröffnung gesagt: „Gutes Klackern“ wünsche er. Und so ringen 30 Mannschaften mit 99 Startern bis zum Abend um den Sieg. Fünf Partien spielen die Teams, die in der Regel zu Dritt gekommen sind.

Aus Bremen und Buxtehude, aus Hannover und Buchholz in der Nordheide, aus Elmshorn, aus Hohnstorf/Elbe, aus Lüneburg oder eben aus Ebstorf sind sie zu dem „Wurscht-Turnier“ angetreten. „Wurscht“ vor allem deshalb, weil es ein Spaßturnier sein soll – und kein Liga-Spiel. So gibt es neben Wein eben auch Würste aus Ebstorf zu gewinnen. Und das in der Schützenklause aufgebaute Buffet aus mitgebrachten Speisen ist sehenswert.

Helgard und Klas Tilly haben das Ebstorfer Turnier mitorganisiert.

„Das Spiel muss man gefressen haben“, sagt Klas Tilly als ein wichtiger Organisator des Turniers. Bis 2011 gab es das schon einmal in Ebstorf, jetzt soll es wieder aufleben. Und Turnierleiterin Romi Rohlfs aus Lüneburg kann sich gar im nächsten Jahr bis zu 60 Mannschaften und die „tête à tête“-Spiele im Domänenpark vorstellen. Denn genaugenommen wird in Ebstorf das französische Pétanque gespielt – mit einem Abwurf aus einem kleinen Kreis, der die Füße still stehen lässt. Und Pétanque wird eben Eins gegen Eins als tête à tête, als Doublette, Zwei gegen Zwei, und als Triplette gespielt.

Worauf es ankommt? „Man muss das Gelände lesen können“, sagt Turnierleiterin Rohlfs lächelnd. Auf die richtige Taktik kommt es auch an, weiß Klas Tilly. Und tatsächlich ist es in Ebstorf nicht so einfach, die Stahlkugeln nahe an das „Schweinchen“ zu bringen und so zu punkten. „Das ist ja hier kein regulärer Platz“, sagt auch Walter Becker, der für den TuS Nenndorf gekommen ist. „Aber uns gefällt das“, betont der 69-Jährige: „Man muss ein gutes Auge haben.“ Spricht’s – und trifft als „Schießer“ mit dem letzten Wurf die Kugel des Gegners, die noch nah am „Schweinchen“ lag. Gewonnen. Andreas Neubert von den unterlegenen „Elbjungs“ aus Hohnstorf bleibt gelassen. „Wir haben einfach Spaß daran. Und die sozialen Kontakte sind uns auch wichtig.“ Und außerdem: Vor den Landesmeisterschaften am kommenden Wochenende in Bad Eilsen im Doublette spielt sich mancher bei dem Ebstorfer Turnier erst mal ein.

Übereinstimmend sagen die Spieler vor allem eines: Beim Boule-Spiel gibt es viel frische Luft. Manchmal zwei, manchmal vier Stunden ist man draußen im Freien. Und die Ebstorfer treten schon mal im Winter auf ihrer Bahn auf dem Winkelplatz an. Dann wird bei Minusgraden der Schnee eben geräumt, sagt Wolfgang Kayser vom Team „Schweinchenalarm“: „Wir sind bei Wind und Wetter draußen.“

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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