Äbtissin muss gehen

Erika Krüger wird als Vorsteherin des Klosters Ebstorf abgesetzt

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Die umstrittene Ebstorfer Äbtissin Erika Krüger soll das Kloster verlassen.

Ebstorf – Der Konflikt um die Äbtissin des Klosters Ebstorf (AZ berichtete) ist entschieden: Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat Erika Krüger per Erlass ihres Amtes enthoben. Die Klosterkammer Hannover bestätigt entsprechende AZ-Informationen.

Das Eingreifen von höchster Stelle ist ein einmaliger Vorgang, denn die Vorsteherin des Klosters wurde 2001 auf Lebenszeit gewählt.

Am Dienstag musste die 73-Jährige die Schlüssel ihres Büros einem Vertreter der Klosterkammer aushändigen. Als abgesetzte Äbtissin muss Erika Krüger auch aus dem Kloster ausziehen, teilt Dr. Stephan Lüttich, Leiter der Abteilung Klöster und Stifte der Klosterkammer, mit. Die in ihrer Dienstzeit erworbenen Rentenansprüche bleiben erhalten.

Die Absetzung ist Höhepunkt einer jahrelangen Auseinandersetzung zwischen dem Konvent, dem inzwischen nur noch zwei Damen angehören, und der Äbtissin, der Herrschsucht vorgeworfen wurde. Die Klosterkammer forderte den Rücktritt von Erika Krüger und blockierte die Neuaufnahme von Damen.

Dem Antrag des Landeskommissars für die Klöster Hans-Christian Biallas gab das Ministerium nun statt. Pressesprecherin Anna Teschner gab gestern keine Stellungnahme in der Sache ab, da es sich um eine Personalangelegenheit handele. Für heute kündigte sie eine allgemeine Information an.

Die Medinger Äbtissin Dr. Kristin Püttmann leitet die Einrichtung nun kommissarisch. „Das Ziel ist, dass wir das Kloster wieder zum Blühen bekommen, und das werden wir auch schaffen“, sagt der stellvertretende Klosterkammer-Präsident Andreas Hesse. „Aber dazu benötigen wir Zeit.“

VON GERHARD STERNITZKE

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