Ebstorfer Kinderbetreuung: UWE und FBE wollen über Zukunft der KLEXX-Gruppe informieren

Eltern die Angst nehmen

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Kreativ-Programm am Nachmittag: Nach den Hausaufgaben darf im KLEXX auch mal gemalt werden.

Ebstorf. „Wir suchen den Kontakt mit den betroffenen Eltern“, erklärt Heiko Senking, Sprecher der Gruppe aus UWE und FBE im Rat des Klosterfleckens Ebstorf.

Er reagiert damit auf die Unsicherheit, die sich in den vergangenen Tagen bei Eltern von Grundschulkindern in Ebstorf breit gemacht hat. Der Grund: Die Eltern sehen die nachmittägliche Betreuung ihrer Schützlinge in der KLEXX-Gruppe, die täglich im Mehrgenerationenhaus (MGH) am Ebstorfer Domänenplatz zusammenkommt, gefährdet. Denn der Vertrag mit dem derzeitigen Betreiber des MGH, dem diakonischen Werk Jerusalem, wurde vom Klosterflecken aus Kostengründen nicht verlängert. Zum 1. Januar 2013 wird darum ein neuer Betreiber samt neuem Konzept für das Haus gesucht. Die KLEXX-Gruppe, die ebenfalls von Erziehern des diakonischen Werks geleitet wird, ist zwar unabhängig vom MGH-Betrieb zu sehen – die Räume am Domänenplatz werden dem KLEXX aber dennoch voraussichtlich ab dem kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Verwaltungsausschuss des Fleckens hat mehrheitlich beschlossen, mit dem 1. Januar einen kompletten Neustart für das Haus am Domänenplatz einzugehen – ohne diakonisches Werk (die AZ berichtete).

„Wir haben nun beantragt, dass möglichst schnell nach den Herbstferien eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Familie, Freizeit, Kultur, Tourismus und Wirtschaft einberufen wird“, sagt Senking. „Es ist wichtig, dass die Eltern schnell informiert werden und ihnen die Angst genommen wird.“ Er habe den Kontakt zu betroffenen Familien aufgenommen. Ziel der Politik sei es nicht, Gruppen aus dem Mehrgenerationenhaus herauszuschmeißen. „Ehrenamtliches Engagement, dass bisher dort Platz gefunden hat, wird es auch weiter geben. Wir haben nur den Vertrag mit dem diakonischen Werk nicht verlängert. Gruppen, die dort jetzt ihre Treffen abhalten, können das auch weiterhin tun“, betont der Gruppensprecher. Hinsichtlich der Kinderbetreuung sei es das Ziel, das Angebot sogar auszuweiten. Im KLEXX werden derzeit von montags bis freitags 20 bis 30 Kinder nach der Schule bis 17 Uhr betreut und sie bekommen dort warmes Mittagessen.

Zum Hintergrund: Das Mehrgenerationenhaus wurde 2010 in Ebstorf eröffnet. Bisher flossen jedes Jahr vom Land Niedersachsen Zuschüssen in Höhe von 45 000 Euro. Das erste Konzept des Diakoniewerkes Jerusalem sicherte die Gelder für die Einrichtung am Domänenplatz für die ersten beiden Jahre. Ein vom Betreiber nachgelegtes Folgekonzept fand keinen ausreichenden Zuspruch – die Gelder aus Hannover bleiben ab Januar 2013 aus. Alleine kann Ebstorf die Kosten für das 54 000 Euro teure Konzept des Diakoniewerkes nicht stemmen: nur 30 000 Euro sind von Seiten der Gemeinde künftig für den Betrieb des MGH drin. Der Betreibervertrag mit dem Diakonischen Werks wurde nicht verlängert, Ebstorf sucht einen neuen Betreiber samt neuem Konzept für das Haus am Domänenplatz.

Von Wiebke Brütt

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