Einsatz für koreanische Hunde

Sylvia Behringer aus Ebstorf will Vierbeiner vor Kochtopf und Vergasung retten

Protest gegen Hundefleisch.
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Mitglieder der Tierschutzvereinigung Korea Association for Animal Protection fordern ein Gesetz, das den Handel und den Konsum von Hunde- und Katzenfleisch verbietet.

Andere Länder, andere Sitten, könnte man meinen. Hundefleisch gilt in Korea traditionell als gesund. Das Fleisch der Vierbeiner soll gegen die feuchte Sommerhitze schützen und die männliche Potenz beflügeln. Allerdings sind die Hundefleischfarmen umstritten. Tierschutzorganisationen kämpfen dagegen, die südkoreanische Regierung prüft derzeit ein Verbot. Sylvia Behringer und ihre Mitstreiterinnen setzen sich dafür ein, koreanische Hunde vor dem Kochtopf oder der Vergasung zu bewahren.

Ebstorf – Die Bilder niedlicher Zweibeiner, die qualvoll auf Hinterhöfen gemästet werden, kann die Ebstorferin nicht ertragen. „Die werden auf engstem Raum in Käfigen gehalten“, berichtet Sylvia Behringer. Bei dieser Art der Haltung werden die Hunde häufig verletzt, Tiere mit fehlenden Gliedmaßen kommen vor. Auf der anderen Seite quellen die koreanischen Tieraufberwahrungsanstalten, mit deutschen Tierheimen kaum vergleichbar, über. Hunde, die nicht in einer bestimmten Zeit vermittelt werden, werden nach ihren Informationen vergast.

„Mir tut das in der Seele leid“, sagt die 50-Jährige. „Wenn ich dazu beitragen kann, dass Hunde ein schönes Zuhause bekommen...“ Zusammmen mit anderen bemüht sich die studierte Sozialpädagogin über die Facebookgruppe „German Hands meet Korean Korean Paws“ (Deutsche Hände begegnen koreanischen Pfoten), Interessierte zu finden, die koreanische Hunde – Jindos, Shiba Inus und Mischlinge – „adoptieren“ und ihnen auf diese Weise ein besseres Leben ermöglichen. Sie selbst will eine fünfjährige Hündin namens Molly aufnehmen, die in zwei Wochen von einer koreanischen Tierschutzorganisation verschickt wird.

„Wir holen die Hunde aus dem Land“, sagt Sylvia Behringer – was gar nicht so einfach ist, da für die Einfuhr von Tieren strenge Regeln gelten. „Die Hunde werden gechipt, geimpft und kommen drei Monate in Quarantäne“, erklärt die Ebstorferin. Anschließend werden sie mit einem Begleiter ins Flugzeug gesetzt. Je nach Flugpreis kommen so nach ihren Angaben Kosten von 700 bis 1000 Euro für den Empfänger zusammen.

Bei ihrem Vorhaben arbeitet die Initiative, die demnächst einen Verein gründen will, mit der südkoreanischen Tierschutzorganisation Yongin Pound Adoption zusammen. Die Aktivisten kaufen Tiere auf Hundemärkten frei oder holen sie aus den überquellenden Tierheimen heraus. Dabei muss es häufig schnell gehen.

Am Mittwoch berichtet Sylvia Behringer von zwei Welpen, die am Freitag vergast werden sollen. Für einen ist bereits jemand gefunden, der ihn „adoptiert“. „Wir haben noch 36 Stunden, eine Lösung zu finden. Sonst wird der Kleine den Samstag nicht mehr erleben“, warnt die Ebstorferin. Am Ende gibt es noch mal einen Aufschub bis Dienstag.

In ihrem Engagement setzt sich die Initiative, die inzwischen 170 Mitstreiter zählt, bewusst vom illegalen Welpenhandel ab. Damit die koreanischen Hunde nicht am Ende im Tierheim landen, überprüft die Gruppe vorher, ob die Interessenten zur Haltung in der Lage sind. Für Notfälle bemüht sich Sylvia Behringer beim Kreisveterinäramt um die Genehmigung für eine Pflegestelle.

Nun sucht die Gruppe weitere Mitstreiter und Menschen, die koreanischen Hunden ein neues Zuhause bieten wollen, sagt Sylvia Behringer. „Wir sind für jeden dankbar für jeden, der mitmacht.“

• Informationen im Internet: Facebook-Gruppe „German Hands meet Korean Paws“.

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