VSE ziehen beste Jahresbilanz aller Zeiten

„Ein supergesundes Unternehmen“

Die Zahlen sind mehr als stimmig: Im Kurhaus von Bad Bevensen präsentierten die Vereinigten Saatzuchen Ebstorf-Rosche eG ihre Jahresbilanz. Foto: Wendlandt

Ebstorf/Landkreis. „Wir haben unser Traumziel nur ganz knapp verpasst“, lächelt Dieter Hellberg im Gespräch mit der AZ.

Der Geschäftsführer ist dennoch mit dem Jahresabschluss der Vereinigten Saatzuchen Ebstorf-Rosche eG (VSE) voll und ganz zufrieden, den er gestern in der Generalversammlung im Bad Bevenser Kurhaus vorstellte. Auch wenn bis zum „Traumergebnis“ – nämlich einem Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr 2010/11 von 100 Millionen Euro – gerade mal knapp 2 Millionen Euro fehlten. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gesamtumsatz von 75 Millionen Euro um rund 22 Millionen Euro gestiegen. „Ein historisches Ergebnis, ein supergutes Geschäftsjahr“, beurteilt Hellberg die Zahlen.

Ein Großteil des Zuwachses, und daraus macht der Geschäftsführer keinen Hehl, sei preisgetrieben gewesen – unter anderem waren die hohen Preise für Diesel oder Pflanzenschutzmittel ausschlaggebend. Der Umschlag der Mengen sei im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich geblieben. Und weil es so ein außerordentlich gutes Jahr für die VSE gewesen ist, werden auch diejenigen etwas davon haben, die diese Genossenschaft tragen – nämlich die insgesamt 598 Mitglieder, die Landwirte, die sozusagen Eigentümer der VSE sind. Sie erhalten aus dem erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von rund 794 000 Euro eine Dividende von zehn Prozent.

Kartoffeln von A bis Z sind nach wie vor die Kernkompetenz der Ebstorfer. Tochterfirmen und zahlreiche Beteiligungen an anderen Unternehmen, die mit Kartoffelzucht, mit deren Vertrieb oder Verpackung zu tun haben, stellen die VSE auf eine breite Basis. Allein im Landkreis Uelzen betreibt die VSE zwölf Außenstellen.

Exportiert wird mittlerweile bis nach Russland – der Markt in den osteuropäischen Staaten, sagt Dieter Hellberg im AZ-Gespräch, sei „irre und riesig“. Schließlich werden dort zwei bis drei mal mehr Kartoffeln verzehrt als in Deutschland – wo es im Jahresdurchschnitt 70 Kilogramm pro Verbraucher sind.

Mit Rücklagen in Höhe von rund 8 Millionen Euro ist auch die Eigenkapitalstruktur der Vereinigten Saatzuchten eine grundsolide und lässt Hellberg und seine Mitstreiter gelassen in die Zukunft blicken: „Wir sind ein supergesundes Unternehmen.“

Zum Jahresende wird es bei der VSE einen Stabwechsel in der Geschäftsführung geben: Dieter Hellberg geht in den Ruhestand und übergibt seine Aufgaben an Christian Soltau. Hellberg blickt dann auf eine langjährige Zeit im Unternehmen zurück, die er 1963 „als Stift“, wie er schmunzelnd sagt, begann. Die vergangenen 15 Jahren hat er die Geschicke der VSE als Geschäftsführer geleitet.

Sieben Fusionen hat Dieter Hellberg in dieser Zeit mit der VSE miterlebt. Ohne Zusammenschlüsse kleiner Einheiten zu großen gehe es kaum noch, sagt er. Man müsse eben heutzutage weltmarktfähig bleiben – oder werden, wenn man es noch nicht sei.

Von Ines Bräutigam

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