„Manchmal ist weniger mehr“

Ebstorfs Bürgermeister will Rathaus abreißen und ins Kaufhaus Kort ziehen

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Das Ebstorfer Kaufhaus Kort steht leer. Hier wäre Platz für Bürgerbüro, Ratssaal und Büros, findet Senking.

Ebstorf – Betongrau und trutzig steht es mitten im Ort: das Ebstorfer Rathaus, 1972 ein Symbol der Moderne im Klosterflecken, ist in die Jahre gekommen. Millionenschwere Sanierungsmaßnahmen, vor allem in die Elektrik, stehen an.

Die Entscheidung, ob der von vielen ungeliebte Betonklotz noch einmal auf Vordermann gebracht oder abgerissen wird – womöglich, um ein kleineres Gebäude für ein Bürgeramt zu errichten – steht im Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf noch aus (AZ berichtete).

Nun hat Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking (UWG) vorgeschlagen, das seit dem Herbst leerstehende Kaufhaus Kort in der Lüneburger Straße als neues Rathaus zu nutzen.

„Die untere Fläche links wird zum Beispiel das Bürgerbüro, in der Folge ein kleiner Ratssaal. In der ersten Etage machen wir drei bis vier Büros und einen Besprechungsraum.“, schreibt das Gemeindeoberhaupt an die Ratsmitglieder. „Der Ratssaal im Klosterflecken Ebstorf muss für den Ortsrat und kleinere Ausschusssitzungen der Samtgemeinde ausreichen, mehr nicht. Die Ebstorfer Politik muss sich ein wenig zurücknehmen“, meint Senking unter Verweis auf die Debatte über die Kosten für den neuen Ratssaal im Komplex des Bevenser Rathauses. „Der Kostenfaktor wäre sicher um ein Vielfaches geringer als Sanierung oder Neubau. Manchmal ist weniger mehr.“

Wird das Ebstorfer Rathaus abgerissen? Es besteht Sanierungsbedarf in Millionenhöhe.

Das alte Rathaus solle dann dem DRK oder der Sparkasse angeboten werden. In einem Neubau könnten dann die Ebstorfer Bücherei, ein Arzt, ein Optiker und ein Gastronom Platz finden. Im Untergeschoss könnte eine Tiefgarage für die Rettungswache entstehen. „Der Rathausvorplatz wird verkleinert und ein Kreisel eingebaut, sodass die Rettungswagen verzugslos ausrücken können und gleichzeitig der Verkehr beruhigt wird.“

Die Rathausmitarbeiter bräuchten weder Baulärm ertragen noch in Container ziehen, wenn sie übergangsweise in dem historischen Kaufhaus untergebracht würden. Senking geht ohnehin davon aus, dass die Kämmerei über kurz oder lang in die Samtgemeindeverwaltung in Bad Bevensen umzieht.

Die konkreten Realisierungsmöglichkeiten und die Kosten für den Umbau des Kort-Hauses müsse ein Fachmann einschätzen. Auf jeden Fall könne der Klosterflecken auch Fördermittel aus dem städtebaulichen Denkmalschutz einplanen, betont Senking.

„Wir erhalten ein historisches Rathaus an bester Stelle in einem der geschichtsträchtigsten Häuser des Klosterfleckens.“

VON GERHARD STERNITZKE

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