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Ebstorfer wollen Kaufhaus Kort vor Abriss retten

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Von: Lars Lohmann

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Wollen den Abriss des Kaufhauses Kort in Ebstorf verhindern: Erwin Jochem (links), Eckhard Dittmer-Burkert, Cornelia Burkert.
Wollen den Abriss des Kaufhauses Kort in Ebstorf verhindern: Erwin Jochem (links), Eckhard Dittmer-Burkert, Cornelia Burkert. © Lohmann, Lars

Der Abriss des ehemaligen Kaufhauses Kort schien beschlossene Sache. Nachdem der Klosterflecken Ebstorf auf den Ankauf des Gebäudes von der Samtgemeinde verzichtet hatte, hatte sich der Samtgemeinderat dafür ausgesprochen, das Gebäude abzureißen. Doch eine Bürgerinitiative will den Abriss des hundert Jahre alten Gebäudes an der Lüneburger Straße jetzt mit einem Bürgerbegehren verhindern.

Sie fordert, dass der Klosterflecken das Haus erwirbt und dort künftig das Rathaus untergebracht wird.

„Es war ein Schock, als ich gelesen habe, dass das Kaufhaus abgerissen werden soll“, sagt Erwin Jochem von der Bürgerinitiative „Zukunft für Kaufhaus Kort“. Das Gebäude sei ortsbildprägend und unbedingt erhaltenswert. „Welcher kleine Heideort hatte vor 100 Jahren so ein imposantes Gebäude mit einem Kaufhaus? Das ist einmalig“, sagt der Architekt. Ein solch markantes Gebäude dürfe nicht einfach abgerissen werden. Zumal aus seiner Sicht die Bausubstanz eine Nutzung zulasse und der Rahmenplan Klostersanierung es als städtebaulich bedeutsam einstufe. „Es prägt in außerordentlicher Weise im historischen Zentrum das Ortsbild“, sagt Jochem. Er habe daher zusammen mit seiner Frau Sabine Jochem, Cornelia Burkert und Eckhard Dittmer-Burkert den Entschluss gefasst, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.

„Ich kenne das Haus mein Leben lang, ich will mir gar nicht vorstellen, wie es hier aussieht, wenn es nicht mehr stehen sollte“, sagt Cornelia Burkert. Zudem gelte es, alte Bausubstanz zu erhalten und nicht immer nur den einfachen Weg zu gehen, ein Gebäude abzureißen.

Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking bestätigt den Eingang des Antrags auf ein Bürgerbegehren am gestrigen Freitag. Wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden und das notwendige Quorum erreicht werde – zehn Prozent der wahlberechtigten Einwohner des Klosterfleckens müssen unterschreiben –, müsse noch ein Datum für den Bürgerentscheid gefunden werden. Dies könnte dann die Landtagswahl im Oktober sein.

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