Samtgemeinde investiert mindestens 3,4 Millionen Euro

Rat beschließt Generalsanierung des Ebstorfer Rathauses

Das Ebstorfer Rathaus
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Das Ebstorfer Rathaus aus den siebziger Jahren, im Volksmund Affenfelsen genannt, soll nun generalsaniert werden. Ein Gutachten beziffert die Kosten auf 3,4 Millionen Euro. Sie könnten um 30 Prozent steigen.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Bad Bevensen/Ebstorf – Es bleibt dabei: Am Samtgemeinderathaus in Bad Bevensen wird es keinen Anbau geben. Die 22 Mitarbeiter der Kämmerei werden weiter am Standort Ebstorf arbeiten. Das dortige Rathaus, das eigentlich aufgegeben werden sollte, wird generalsaniert.

Ebstorf - Das hat der Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf nach emotionaler Debatte im Bevenser Kurhaus mit der Mehrheit der Gruppe CDU/FDP und SPD beschlossen.

„Es geht darum, dass die Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz vernünftig arbeiten und sich wohlfühlen können“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gruppe CDU/FDP Ulf Schmidt. „Das Geld ist da, so dass wir relativ schnell was machen können.“ Gleichzeitig wies Schmidt den Vorwurf zurück, die Politik habe eine Lösung verzögert. „Wir handeln mit klarem Verstand und achten natürlich auf die Finanzen.“

CDU, FDP und SPD geht es um die Kosten

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass sich die Kämmerei durch Umorganisation und gegebenenfalls Umbau im Bevenser Rathaus unterbringen lässt. Weil das nicht möglich war, wurden Alternativen für einen Anbau entwickelt. Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro?

„Wir glauben, dass die Sanierung des Rathauses günstiger ist als alle Maßnahmen zusammen“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Hauschild. Denn die Samtgemeinde hat zugesagt, dass es auch zukünftig ein kleines Rathaus mit Bürgerbüro, Ratssaal und Büros in Ebstorf gibt. Zudem geht es im Klosterflecken auch um Empfindlichkeiten nach der Fusion vor zehn Jahren. „Der kleinere Partner ist auch besorgt, dass er vom großen Partner nicht übernommen, überrumpelt wird“, stellte Hauschild da.

 Wir wollen den Ebstorfern zeigen, dass wir die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sind und nicht die Samtgemeinde Bevensen.

Léonard Hyfing, FDP-Ratsherr

„Alle Gründe sind nachzuvollziehen“, stellte Léonard Hyfing klar. Bedenken gegen einen Anbau seien früh formuliert worden. „Wir wollen den Ebstorfern zeigen, dass wir die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sind und nicht die Samtgemeinde Bevensen.“

Warnung vor explodierenden Baukosten

Grüne, UWG, SPD-Ratsherr Jürgen Hinrichs und AfD stimmen gegen die Rathaus-Sanierung. „Es kann ein Fass ohne Boden werden“, warnte Annette Niemann, Sprecherin der Gruppe Grüne/WBB/Keine A 39. Asbest sei vorhanden. „Wir stehen zu unserem Beschluss“, stellte sie klar. Gemeint ist die Entscheidung vom vorigen Jahr, das Rathaus wegen der hohen Kosten aufzugeben. Die Mitarbeiter müssten genauso gut untergebracht werden wie die in Bad Bevensen. „Ich respektiere die Gefühle der Ebstorfer. Vielleicht ist das eine Generationenfrage. Aber was sollen die Himberger, die Altenmedinger sagen?“

„Wir waren dabei, eine Planung für den Anbau zu machen, als abgebrochen wurde“, bedauerte Samtgemeindebürgermeister Martin Feller (Grüne). „Das Ziel war, eine schlagkräftige Truppe zu schaffen, die auch in den Gliedgemeinden mobil arbeiten kann“, sagte Heiko Senking, Sprecher der Gruppe FBE/UWG/BfB. Die Idee des Ebstorfer Bürgermeisters war es, das verkleinerte Rathaus im Kaufhaus Kort unterzubringen. Die Samtgemeinde führt bereits Kaufverhandlungen, um auf dem Gelände die Mensa für die Mauritius-Schule unterzubringen. „Ich bitte noch mal inständig darum, an die Kinder zu denken“, appellierte Senking an seine Ratskollegen.

Für eine Sanierung aller Mängel für die nächsten zehn Jahre hatte ein Gutachten 2018 Kosten von 3,4 Millionen ermittelt. „Wir können von einer Baupreissteigerung von 30 Prozent ausgehen“, erläuterte Bauamtsleiter Roland Klewwe.

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