Sinnvoll oder Unsinn?

Ebstorfer Politik debattiert über E-Ladesäulen auf dem Winkelplatz

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Eine E-Ladesäule für E-Autos und E-Bikes könnten nach dem Willen der Ebstorfer Lokalpolitik bald auf dem Winkelplatz stehen.

Ebstorf – Braucht Ebstorf eine Ladestation für E-Bikes und E-Autos sowie eine Fahrradreparaturstation auf dem Winkelplatz? Mit dieser Frage beschäftigt sich zurzeit die Lokalpolitik des Klosterfleckens.

Zunächst im Wirtschafts- und Tourismusausschuss und zusätzlich in einer interfraktionellen Sitzung. Das Ergebnis: Skepsis bei der CDU-Fraktion und positive Reaktionen von SPD, Grünen und der UWG/FBE-Gruppe.

Heiko Senking, Bürgermeister von Ebstorf

„Ich persönlich finde es hilfreich, wenn wir nicht nur eine Ladestation für E-Bikes, sondern auch für E-Autos auf dem Winkelplatz einrichten“, sagt Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking auf Anfrage der AZ. Man sollte gleich auf eine größere Lösung setzen. Einen entsprechenden Antrag werde noch im Zuge der Haushaltsberatungen gestellt, kündigt er an. „Es macht Sinn, solch ein Angebot vorzuhalten“, sagt Senking.

Hans-Peter Hauschild, SPD-Fraktionsvorsitzender

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Hauschild spricht sich für eine Ladestation aus. „Die E-Bike-Ladestation brauchen wir, damit wir uns bei der Fahrradregion auf den Landkarten wiederfinden.“ Auch ein Angebot für E-Autos sei wichtig. Hier könne er sich auch eine Partnerschaft mit dem lokalen Energieversorger vorstellen. „Wenn vonseiten der Unternehmen nichts kommt, muss die öffentliche Hand einspringen“, sagt Hauschild. Das bedeute im Zweifel auch, Geld in die Hand zu nehmen. Mit dem Angebot würden dann auch wiederum Leute nach Ebstorf gelockt.

Auch die Grünen sprechen sich für Ladestationen auf dem Winkelplatz aus. Wichtig sei auch, den Fahrradfahrern Aufbewahrungsmöglichkeiten für Helme, Rucksäcke und Co. anzubieten, sagt Gudrun Klippe. „E ist im Trend, da müssen wir mitgehen“, sagt sie.

Ulf Schmidt, CDU-Fraktionsvorsitzender

„Die Frage ist, nutzt das überhaupt jemand“, sagt hingegen der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulf Schmidt. Bei den E-Bikes sei die Akkuleistung inzwischen so hoch, dass Ladestationen kaum genutzt werden. „Die meisten laden über die Nacht im Hotel oder der Pension die Akkus auf“, sagt Schmidt. Diese Probleme müsste man besprechen und überhaupt zunächst feststellen, ob es einen Bedarf gibt. „Es nützt nichts, etwas zu bauen, was am Ende keiner benutzt“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende. Dafür seien die Kosten einer solchen Station zu hoch. Es sei wichtig, verantwortungsvoll mit den Steuergeldern umzugehen. Auch den Standort Winkelplatz für eine Ladesäule für E-Autos, sieht er skeptisch. „Wenn Wochenmarkt ist, können die Leute dort schlecht ihr Auto laden“, sagt Schmidt. Hauschild sieht hingegen kein Platzproblem. Der Platz sei groß genug. „Wenn die Leute ihr Auto aufladen und auf dem Wochenmarkt einkaufen, ist es doch ideal“, sagt er.

VON LARS LOHMANN

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