Projekt für mehr Gemeinsinn startet im Klosterflecken

„Ebstorfer helfen Ebstorfern“

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Peter Utrata (links) und Bürgermeister Heiko Senking setzen sich für das Projekt „Ebstorfer helfen Ebstorfern“ ein. 

Ebstorf – Leben auf dem Land: Gleich um die Ecke geht’s in die freie Natur. Alles ist ein wenig entspannter, und man grüßt sich. Aber auch hier machen sich Vereinzelung und Einsamkeit breit.

Und oft fehlt alten Menschen, deren Kinder weit weg sind, oder auch alleinerziehenden Müttern einfach jemand, der mal eine Kleinigkeit erledigt. In Ebstorf soll es das jetzt geben. „Ebstorfer helfen Ebstorfern“ heißt das Projekt. Nach einem Jahr der Vorbereitung geht es am 7. Juni los.

14 freiwillige Helfer haben sich bereits gefunden, berichtet Peter Utrata, der Ansprechpartner für das Projekt ist. Darunter sind Alte und Junge. Ebstorfer, die bereit sind, mal einen auf den Weg gefallenen Ast wegzuräumen oder bei Problemen mit dem Handy zu helfen, die Puppe zu reparieren oder den Hund auszuführen, eine Fahrt zum Arzt zu übernehmen oder zwei Stunden auf die Kinder aufzupassen. „Freiwillige Helfer werden noch gesucht“, sagt Utrata, der auch zweiter Vorsitzender der Urlaubsregion Ebstorf ist. Aber auch Personen, die Hilfe in Anspruch nehmen möchten, können sich melden.

Allerdings stellt Utrata auch klar, wo die Grenzen der Hilfeleistung liegen. „Wir haben ganz klar gesagt: Wir wollen nicht in Konkurrenz zu örtlichen Betrieben treten. Wir wollen keine langfristige Gartenpflege“, betont er. Jede Woche den Rasen mähen, das können und wollen die Freiwilligen nicht.

Die Idee für das Gemeinschaftsprojekt brachte ein Bürger in die Sprechstunde von Bürgermeister Heiko Senking mit. „Das Problem ist, dass die ältere Generation vereinsamt. Da versuchen wir gegenzusteuern“, sagt Senking. „Der Nebeneffekt ist, dass die Leute miteinander kommunizieren können.“ Wenn sie sich dann auch noch zu einem Stammtisch oder zum Doppelkopf verabreden, ist das durchaus erwünscht. „Was sich im Weiteren entwickelt, ist den Teilnehmern überlassen“, erklärt Senking.

Fest steht nur der Treffpunkt und Standort des Briefkastens, in den die Ebstorfer ihre Anliegen werfen können: in der ehemaligen Volksbank in der Hauptstraße, bei der Firma Medicom. Dort trifft man sich zum Startfrühstrück am Freitag, 7. Juni, um 10 Uhr. Interessierte sind dazu willkommen. Am Freitag, 14. Juni, stehen die Helfer mit einem Oldtimer-Trecker auf dem Wochenmarkt, um kleine Reparaturen für die Ebstorfer durchzuführen.

• Ansprechpartner: Peter Utrata, (0 58 22) 94 65 00, p.utrata@t-online.de.

VON GERHARD STERNITZKE

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