Protest gegen Übergangskita

Ebstorfer Eltern kritisieren Lage an der Tankstelle und fehlende Parkplätze

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Die Ebstorfer Eltern Bianca und Christian Bütow, Fidan Haxhovis und Janine Kübeck (von links) sind nicht mit dem Standort der Übergangskita an der Hauptstraße einverstanden.

Ebstorf – Noch ist es still in der Hauptstraße 25b. Ein weiß gestrichener Flachdachbau mit großen Fenstern, zwischen Mühlenteich und Schwienau gelegen.

Das ist das Ausweichquartier für die neue Ebstorfer Kita, bis die neuen Räume in der ehemaligen Bodwede-Schule umgebaut sind. Doch nicht alle Eltern sind glücklich über die kurzfristig gefundene Lösung.

„Da ist die Tankstelle. Das ist nicht der perfekte Ort, wo man Kinder betreuen sollte“, findet Vater Fidan Haxhovis. Die Eltern befürchten, dass die Kinder Abgase und Dämpfe einatmen könnten. „Alles lieber als hier – sogar die Container-Lösung“, sagt Haxhovis bei einem Ortstermin mit der AZ.

Hinzu kommt die Parksituation. Ein Teil der Stellplätze des ehemaligen Sonnenstudios muss für den Spielplatz weichen. Viele Eltern werden auf der anderen Seite der Landesstraße parken müssen und mit den Kindern zu Fuß hinübergehen, warnt Haxhovis. Das sei eine zusätzliche Gefährdung. Zudem befürchtet Haxhovis, dass Kinder in den Mühlenteich stürzen könnten.

Heiko Senking, Bürgermeister.

Das DRK wird die Immobilie für eine Kindergartengruppe mit 25 Kindern und eine Krippengruppe mit 15 unter Dreijährigen umbauen, der Klosterflecken das Gebäude dann kaufen. Bis zur Fertigstellung Ende September dient das Mehrgenerationenhaus am Domänenplatz als Ausweichquartier. Dass es dort kein Mittagessen für die Kleinen gibt, ist für Haxhovis das Schlimmste. Auch sein Vorschlag, eine Mikrowelle zu spenden, sei abgelehnt worden. Seine Tochter sei von halb acht bis 14 Uhr in der Kita. Da müsse es ein warmes Essen geben.

„Alle Eltern sorgen sich um ihre Kinder“, sagt Mutter Bianca Bütow. „Man gibt was ab, was einem am wichtigsten im Leben ist. Das will man in vernünftige Hände geben.“

Die AZ hat den Bürgermeister mit der Elternkritik konfrontiert. Der verteidigt die gefundene Lösung. „Was wäre die Alternative? Wir haben keine anderen Gebäude“, stellt Heiko Senking klar. „Dadurch haben wir es geschafft, dass wir genug Kitaplätze haben.“ Der Verkehr auf der Landesstraße mache sicher mehr Abgase als die Tankstelle, und Parkplätze für die Eltern gebe es auch. Zudem stellt der Bürgermeister die Möglichkeit eines Zebrastreifens in Aussicht. Die Kinder würden durch einen Zaun gesichert. „Das ist da eigentlich ganz schön, findet Senking.

Mit dem fehlenden Mittagessen müssten die Eltern für den Übergang leben. Zum Oktober würde die Kita an der Hauptstraße zur Verfügung stehen, kündigt Senking an: „Spätestens zum 31. Oktober läuft die Übergangsgenehmigung im Mehrgenerationenhaus aus.“

VON GERHARD STERNITZKE

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