Ebstorfer Eltern beschweren sich über Standort von Altglascontainern / Gemeinde vermittelt

Kinder warten zwischen Scherben

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Die Reste in den Gläsern, die in die Container geworfen werden, locken auch Bienen und Wespen an.

aja/wb Ebstorf. „Die Schulleitung ist machtlos“, berichtet Peter Utrata. Was dem Elternvertreter und mit ihm einer Reihe anderer Ebstorfer die Zornesfalten ins Gesicht treibt, ist der Standort von zehn Altglascontainern – in unmittelbarer Nähe zur Ebstorfer Oberschule und einer stark frequentierten Bushaltestelle an der Fischerstraße.

Zehn Altglassammelbehälter stehen inzwischen an der Ebstorfer Oberschule – zum Ärger von Schulleiter Jörg-Dietrich Kaufmann.

Auf mehr als 17 Beschwerden von Eltern, dass neben den Scherben auch die Bienen an den Containern zu einer Gefahr für die Kinder würden, reagierte der Landkreis Uelzen bisher nach Aussage der Eltern nur stoisch, „sollen die Kinder doch da weggehen“, berichtet Elternvertreter Peter Utrata erschüttert. Denn die Eltern seien besorgt, dass sich die Kinder beim Warten auf den Schulbus an den Scherben verletzen könnten. Besonders kritisch sieht Schulleiter Jörg-Dietrich Kaufmann, dass die „ungewöhnlich große Anzahl“ an Containern auf einer Grünfläche Platz gefunden hat. „Auf versiegeltem Boden wie Pflaster oder Asphalt können die Scherben einigermaßen rückstandslos weggefegt werden“, verdeutlicht er. „Doch auf den Rasenflächen treten sich die Scherben ein und fällt dann ein Kind hin, kann es immer auf eine Stelle treffen, die noch eine liegen gebliebene Scherbe unter der Grasnarbe verbirgt.“

Eine Schulbusfahrerin weist darauf hin, dass immer wieder große angebrochene Scheiben abgestellt würden, die dann nahe der Bushaltestelle stehen bleiben. Erst auf Drängen des Schulleiters fegen Mitarbeiter des Landkreises den Platz einmal in der Woche ab. Wenn mittags die Schulbusse an die Haltestelle heranfahren wollen, staut es sich dort immer wieder, weil Autofahrer ihren Glasabfall abladen. Die Busse müssen warten, während sich die Kinder schon um den Bus drängeln.

Bisher standen an der Fischerstraße als einem von zwei Standorten für Altglasentsorgung im Klosterflecken lediglich drei Container. Geändert hat sich die Situation nach Angaben von Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf vor rund drei Wochen. Aufgrund einer Auseinandersetzung mit einem Bürger, der sich an den Glascontainern, die bis dahin an einem Discounter gestanden hatten, verletzt hatte, veränderte der Landkreis den Standort der Entsorgungsbehälter. Denn: Nach der Verpackungsordnung sind Handel beziehungsweise Hersteller für die Entsorgung der Abfälle zuständig. Der Landkreis übernimmt als zwischengeschaltete Instanz allerdings die Aufstellung der Behälter, wie Oelstorf erklärt.

Nach dem Ärger um den Standort am Discounter suchte der Landkreis nach einem anderen Platz, erklärt der Gemeindedirektor. Die Wahl fiel auf das Gelände an der Oberschule, das dem Landkreis gehört – Oelstorf und Thorsten Brinck, stellvertretender Bauamtsleiter, hatten im Vorfeld versucht, zwischen Handel und Landkreis zu vermitteln. Erst jüngst gab es wieder Gespräche.

„Es werden derzeit verschiedene Standorte geprüft“, erklärt Wilhelm Oelstorf auf AZ-Nachfrage. „Der Handel ist vornehmlich zuständig für die Entsorgung“, sagt er. „Aber uns als Gemeinde ist das natürlich auch nicht egal.“

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