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Ebstorfer Bürgerbegehren ist rechtmäßig

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rwin Jochem, Eckhard Dittmer-Burkert und Cornelia Burkert vor dem Kaufhaus Kort.
Ihr Bürgerbegehren ist zugelassen (von links): Erwin Jochem, Eckhard Dittmer-Burkert und Cornelia Burkert von der Bürgerinitiative Zukunft für Kaufhaus Kort. Archivfoto: Lohmann © Lohmann, Lars

Die Ebstorfer Bürgerinitiative „Zukunft für Kaufhaus Kort“ ist einen Schritt weitergekommen. Der Verwaltungsausschuss hat das Bürgerbegehren am Montag für rechtmäßig erklärt.

Ebstorf – Das berichtete Bürgermeister und Gemeindedirektor Heiko Senking (UWG) anschließend im Fleckenrat. Der Flecken werde der Initiative eine Kostenschätzung und Zeichnungen der Immobilie zur Verfügung stellen. Einen Monat nach einer offiziellen Information beginnt dann die halbjährige Frist zur Sammlung von Unterstützerunterschriften.

„Es müssen zehn Prozent der Wähler sein, das sind 465“, erklärt Senking. Wird das Quorum erreicht, organisiert der Klosterflecken innerhalb von drei Monaten einen Bürgerentscheid – vergleichbar einer Kommunalwahl. „Es ist ein Riesenaufwand“, betont der Bürgermeister. Gleichzeitig kündigt er an, sich inhaltlich herauszuhalten. „Wir werden erklären, wie das Verfahren ist, aber wir werden das so neutral wie möglich begleiten.“

Viele Bürger unterstützen die Initiative

Die Bürgerinitiative ist optimistisch. „Das müsste locker zu schaffen sein. Wir hoffen, dass wir doppelt so viele Unterschriften bekommen“, sagt Erwin Jochem. „Die Reaktionen der Bürger waren überwältigend. Alle haben gesagt: Wir unterschreiben.“ Sie alle wenden sich gegen den von der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf als Eigentümer geplanten Abriss, der ursprünglich bereits für September geplant war. Ziel des Bürgerbegehrens ist, dass der Klosterflecken das Gebäude kauft, um es zu erhalten.

„Ein Kaufhaus dieser Art gibt es weit und breit nicht“, betont Jochem, der selbst Architekt ist. „Es gibt so viel Bedarf, was man mit dem Gebäude machen könnte. Man muss es nur wollen.“ Ob als Bürgerbüro, als Standort für Ausstellungen, Vereine oder für Wohnen und Gewerbe. Es sei auch denkbar, das Gebäude an Interessierte mit einem guten Konzept abzugebe.

Unterschiedliche Beurteilung der Bausubstanz

Die Bausubstanz aus den Baujahren 1912/13 ist aus seiner Sicht grundsolide. „Das ist ein gepflegtes Haus, aber es hat viele Jahre keine Sanierung gehabt“, meint Jochem. „Dieses Haus kann man einfach weiterbetreiben.“

„Es ist nicht die Absicht, das Gebäude mit Gewalt abzureißen“, betont Oliver Willing, stellvertretender Bauamtsleiter der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Allerdings seien viele Nutzungen aus Lärmschutzgründen nicht mehr möglich, wenn der Speicher auf dem Grundstück zur Mensa für die Mauritiusschule umgebaut wird. „Für die Samtgemeinde ist eine Sanierung wirtschaftlich nicht darstellbar, weil die Substanz erheblich angegriffen ist“, so Willing. Bausubstanz, Elektrik, Heizung, und Dämmung müssten angegangen werden.

Ein Platz soll entstehen

Geplant ist nach dem Abriss ein Platz, der sich an den Winkelplatz auf der anderen Seite der Lüneburger Straße anpasst. Dort könnten Sitzgelegenheiten für die Jugend mit viel Grün entstehen, berichtet Willing. Für die Abrisskosten in Höhe von 300 000 Euro gibt es voraussichtlich eine Förderung, die Platzgestaltung schätzt willing auf etwa 150 000 Euro.

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