Letzter Herbst in der Hornstraße

Ebstorfer Ausschuss kann sich nicht über Ersatz für Linden einigen

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Die Linden in der Ebstorfer Hornstraße verlieren jetzt zum letzten Mal ihr Laub. Sie werden im Winter gefällt und möglicherweise durch junge Bäume ersetzt.

Ebstorf – Sommer für Sommer haben sie Schatten gespendet und ihren süßen Duft verströmt. Jetzt fällt das Laub, und das zum letzten Mal.

Die Linden in der Ebstorfer Hornstraße sollen gefällt werden (AZ berichtete), weil ihre Wurzeln nicht nur das Pflaster des Bürgersteigs anheben, sondern längst auch in Fundamente und Keller der angrenzenden Häuser eingedrungen sind. Ob an ihrer Stelle neue Bäume gepflanzt werden, darüber waren die Meinungen jetzt im Bauausschuss des Klosterfleckens geteilt.

„Die Straße ist doch sehr schmal. Ich plädiere dafür, keine neuen Bäume zu pflanzen“, schlägt Hans-Peter Hauschild (SPD) vor. „Die alten ab, Platz, fertig!“ Als Ausgleich sollten an anderer Stelle dreimal so viele Bäume gepflanzt werden. „Ich bin keiner, der was gegen Bäume hat, aber in der Hornstraße ist das nicht sinnvoll“, befindet Hauschild.

Gegen diesen Vorschlag gibt es deutlichen Widerspruch. „Die Stimme der Bevölkerung sagt Nein“, hält Jens Ziegeler (UWG) dagegen. Und Gudrun Klippe befindet: „Da standen Bäume, da stehen Bäume. Bäume sind wichtig für das Klima.“ Im Übrigen hätten sich die Anwohner nicht über die Linden an sich beschwert, sondern ausschließlich über Wurzelwerk, das in die Keller eindringe.

Die Entscheidung über eine Ersatzpflanzung – die Verwaltung hatte Winterlinden vorgeschlagen – wurde zunächst vertagt. Aber auch Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf macht sich noch einmal für eine Ersatzpflanzung stark. „Dieser Bereich gehört zur guten Stube Ebstorfs. Die Straße ist nicht schön. Da gehören Bäume hin – es müssen ja nicht so große sein.“

Das legt auch der stellvertretende Bauamtsleiter Thorsten Brinck den Kommunalpolitikern nahe. „Was eine Baumkrone bringt, kann man auch als Wurzelwerk rechnen“, erklärt er. Seine Folgerung: „Weg von den großen Bäumen!“ Wurzelwachstum, Stadtverträglichkeit und Eignung für steigende Temperaturen und Trockenheit nannte er als Kriterien für die Auswahl der Ersatzbäume. Dazu wurde eine Zusammenstellung stadtverträglicher Sorten einer Baumschule verteilt.

Die Wühlarbeit der Lindenwurzeln hat die Ebstorfer Politik bereits mehrmals beschäftigt. Hochstehende Pflastersteine und Wurzeln sind auch eine Gefährdung für Fußgänger. Bäume wurden gefällt, wenn die Pflasterung nicht mehr ausgeglichen werden konnte. Die Wurzeln zu kappen, ist keine gute Idee, weil die Bäume geschädigt werden. Darunter leidet auch die Standsicherheit.

VON GERHARD STERNITZKE

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