Verwaltungsgericht stellt formellen Fehler bei Absetzung fest

Ebstorfer Äbtissin wieder im Amt

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Die Ebstorfer Äbtissin Erika Krüger hätte vor ihrer Absetzung angehört werden müssen.

Ebstorf – Unerwartete Wendung im Ebstorfer Kloster-Krimi (AZ berichtete): Die im September abgesetzte Äbtissin des Klosters Ebstorf, Erika Krüger, darf ihre Amtsgeschäfte wieder aufnehmen.

Das hat das Verwaltungsgericht Lüneburg bereits am 2. Dezember entschieden, wie eine Sprecherin gestern auf AZ-Anfrage bestätigte. Die fünfte Kammer gab dem Antrag der 73-Jährigen auf vorläufigen Rechtsschutz mit sofortiger Wirkung statt.

Ausschlaggebend war ein formeller Fehler bei der Entscheidung des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur über die Absetzung der Äbtissin, der vorgeworfen wurde, die Mitspracherechte der Konventualinnen zu übergehen. „Sie wurde als Betroffene nicht vorher angehört“, erklärt Gerichtssprecherin Dr. Cosima Haselmann. Das entspreche jedoch nicht den gesetzlichen Vorgaben, zumal weder öffentliches Interesse noch Gefahr im Verzug bestanden hätten. Diese Feststellung hat aufschiebende Wirkung.

„Dies hat zur Folge, dass die Rechtmäßigkeit der Amtsenthebung im Klageverfahren geklärt werden muss und die Äbtissin bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens im Amt bleiben darf“, betont Cosima Haselmann. Der Beschluss ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Das Ministerium kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg einlegen.

Ein Termin für die Verhandlung am Verwaltungsgericht steht noch nicht fest. Eine Verfahrensdauer von einem Jahr oder zwei Jahren ist laut der Sprecherin nicht ungewöhnlich. Solange könnte Erika Krüger ihre Amtsgeschäfte fortführen. Das Ministerium verweigert eine Stellungnahme. Zu Personalangelegenheiten und laufenden Gerichtsverfahren äußere man sich nicht.

VON GERHARD STERNITZKE

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