Bauausschuss will Rechts-vor-links-Regelung visualisieren

Ebstorf zeigt Autofahrern die Zähne

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Sogenannte Haifischzähne wie hier in Veerßen sollen Autofahrern in den Ebstorfer Nebenstraßen signalisieren: Hier gilt Tempo 30 – und rechts vor links. 

Ebstorf – Vorfahrt haben und Vorfahrt bekommen, das sind allzu oft zwei verschiedene Dinge im Straßenverkehr. Alltag in der Lüneburger Straße. Wer vom Domänenplatz einbiegen möchte, muss häufig warten, weil ein Autofahrer durchrauscht, ohne zu schauen.

Dabei ist die Rechtslage klar: In allen Nebenstraßen in Ebstorf gilt seit einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015 Tempo 30 – und damit rechts vor links. Der Ebstorfer Bauausschuss will Autofahrern jetzt die Zähne zeigen. Überall in den Tempo-30-Zonen sollen sogenannte Haifischzähne, weiße Dreiecke auf den Straßen, signalisieren, wo gehalten werden muss, wenn Verkehr von rechts kommt. Der Beschluss war einstimmig.

„Das dient zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer“, erklärt Stefan Gust-von Loh für die CDU, die die Straßenmarkierungen an Straßen mit starkem Fußgängerverkehr oder schlechter Einsehbarkeit beantragt hat. „Drei Verkehrsunfälle sind bekannt, davon einer mit erheblichen Folgen.“ Zuerst markiert wird der Einmündungsbereich Domänenplatz/Lüneburger Straße, der versetzte Kreuzungsbereich Fischerstraße/Stadionstraße und die Uelzener Straße an den Einmündungen Weinbergstraße und Gartenweg.

Auf Vorschlag der SPD sollen später alle Rechts-vor-links-Kreuzungen im Klosterflecken folgen. Knpp 29 000 Euro sollen für die Markierungsarbeiten in den Haushalt 2020 eingestellt werden. „Es treibt uns an, den Ort sicherer zu machen für Autofahrer und Fußgänger“, sagt Hans-Peter Hauschild. „Im Bobenwaldgebiet sind schon Haifischzähne. Die haben ihre Funktion erfüllt.“

„Wenn man Haifischzähne aufmalt, muss man das in allen Straßen machen“, betont der stellvertretende Bauamtsleiter Thorsten Brinck. „Das verwirrt sonst die Verkehrsteilnehmer.“ Die Verwaltung hat vorgeschlagen, statt der Haifischzähne an den wichtigsten Stellen das Schild 102 mit den gekreuzten Balken aufzustellen. „Die Verkehrsbehörde sieht die Haifischzähne als Straßenmalerei, da die Regelung rechts vor links eindeutig ist“, berichtet Brinck. An wichtigen Einmündungen könnten größere Schilder auf die Tempo-30-Zonen hinweisen.

Dem folgt der Ausschuss nicht. „Wir wollen den Verkehrsteilnehmern signalisieren: Hier könnte was passieren. Tempo 30 – das reicht offenbar nicht“, betont Gust-von Loh.

Der Vorschlag wird anschließend im Veraltungsausschuss beraten.

VON GERHARD STERNITZKE

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