Ebstorf streckt Hände aus

Die Rathauschefs aus Ebstorf, Torsten Wendt (links), und Suderburg, Friedhelm Schulz, beraten über die Fusion.

Ebstorf - Von Wiebke Brütt und Jörn Nolting . Ein klares Ja formulierte der Rat der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf am Dienstag zur Fusion. Nur der zukünftige Partner bleibt unklar. Denn trotz aller Gespräche mit der Samtgemeinde Suderburg, bleiben einige Fragezeichen: „Ich sehe noch nicht, dass eine Fusion mit Suderburg gelingt“, formuliert Samtgemeindebürgermeister Torsten Wendt ernste Bedenken.

Und an dieser Stelle kommen dann andere Nachbarn Ebstorfs ins Spiel: Bienenbüttel und Bevensen – mit denen bereits Kooperationen auf interkommunaler Ebene bestehen – werden einmal mehr interessant. Wendt: „Wir sind grundsätzlich dazu bereit, mit allen Nachbarn Fusionsgespräche zu führen.“ Nachdem sich inzwischen alle fünf Mitgliedsgemeinden des Alten Amtes positiv zum Thema Fusion äußerten – Hanstedt I, Schwienau und Natendorf haben bereits offiziell grünes Licht gegeben und die Bürgermeister von Wriedel und dem Flecken Ebstorf hoben in der Ratssitzung den Daumen für eine Fusion – stimmte der Samtgemeinderat nun geschlossen grundsätzlich für einen Zusammenschluss mit einer oder auch mehreren Nachbargemeinden. Also nicht ausschließlich mit Suderburg, wie es zuvor im Antrag vorgesehen war. „Wir sind bereit, die Hand zu unsere Nachbarn auszustrecken. Wer sie annimmt, bleibt abzuwarten“, sagt Wendt. Dieses Vorgehen unterstützten alle Fraktionen. „Wir sollten uns nicht auf einen Nachbarn festlegen“, sagt Arthur Soetbeer (CDU). Ein Standpunkt, dem die UWE (unabhängige Wähler Ebstorf) zustimmte.

Vor allem zügig soll es gehen. Denn, wer sich bis 2012 nicht freiwillig zu einer Umstrukturierung entscheiden kann, verzichtet auf die vom Land Niedersachsen in Aussicht gestellte Entschuldungshilfe. „Wenn wir Zeit verlieren, schadet uns das finanziell“, bringt es der Ebstorfer Samtgemeindebürgermeister auf den Punkt. Die Zeichen aus der Samtgemeinde Suderburg sind den Ebstorfern zurzeit nicht deutlich genug. „Für mich ist nicht erkennbar, dass eine Fusion von der Samtgemeinde Suderburg ernsthaft gewollt ist“, sagt der Verwaltungschef. Das sieht der Suderburger Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz jedoch anders: „Die Ebstorfer sind nicht weiter als wir.“ Erst, so Schulz, müssten die Mitgliedsgemeinden grünes Licht geben, dann erst können die Samtgemeinderäte tagen. Das ist weder in der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf noch in Suderburg abgeschlossen. Bisher hat nur Gerdau dem Führen weiterer Gespräche zugestimmt. Eimke beräumt kurzfristig eine Eitzung ein und die Gemeinde Suderburg tagt am 11. Mai. „Die Gemeinden Wriedel und Ebstorf haben offiziell noch nicht zugestimmt“, stellt Friedhelm Schulz fest und verspricht: „Wir werden es nicht bremsen und sind auch nicht zu langsam. Wir sind voll im Zeitplan.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Hauschild brachte ein weiteres Mal die Idee von einer großen Nordgemeinde bestehend aus der Einheitsgemeinde Bienenbüttel sowie den Samtgemeinden Suderburg, Bevensen und Altes Amt Ebstorf ins Spiel. Ganz andere öne schlagen die Sozialdemokraten in der Gemeinde Gerdau an. Auch sie wollen sich nicht auf Ebstorf festlegen, sondern wollen auch Gespräche mit der Stadt Uelzen und der Samtgemeinde Wrestedt führen.

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