Mehrgenerationenhaus erhält neuen Billardtisch / Weitere Angebote geplant

Ebstorf: Ein Schwergewicht für die Jugend

Der neue Billardtisch im Mehrgenerationenhaus in Ebstorf wird gleich ausprobiert. Ab 2021 könnte es mehr Bundesförderung für die Einrichtung geben.
+
Der neue Billardtisch im Mehrgenerationenhaus in Ebstorf wird gleich ausprobiert. Ab 2021 könnte es mehr Bundesförderung für die Einrichtung geben.

Ebstorf – Schwertransport im engen Treppenhaus des Ebstorfer Mehrgenerationenhauses: Fünf starke Männer schleppen einen 200 Kilo schweren Billardtisch – selbstverständlich in Einzelteilen – ins Obergeschoss.

Das professionelle Sportgerät, das zuvor seinen Dienst in einem Lüneburger Lokal tat, ist die neueste Attraktion in der vom DRK betriebenen Einrichtung und ersetzt den altersschwachen Vorgänger. Auch sonst tut sich was im Mehrgenerationenhaus. So sind als erste Reaktion auf die Ergebnisse einer Bürgerbefragung neue Angebote geplant.

Die drei Mitarbeiter haben die Zeit genutzt, als ihre Räume durch eine Kindergartengruppe blockiert waren, und haben bei Ebstorfer Bürgern geklingelt, um sie nach ihren Wünschen und Ideen für das Mehrgenerationenhaus zu befragen. Insgesamt 80 Menschen haben sich auf ein Gespräch eingelassen, berichtet Leiter Guido Wrage. Zwei Vorschläge sollen zeitnah umgesetzt werden.

So soll es gemeinsame Hundespaziergänge geben, die am Mehrgenerationenhaus starten und von einem Mitarbeiter begleitet werden – eine gute Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch eine Spielgruppe soll eingerichtet werden, in der moderne Brettspiele wie die Siedler von Catan gespielt werden. „Ich glaube ja nicht an Zufälle“, meint Wrage, aber gerade hat das Mehrgenerationenhaus eine Spende mit vielen, zum Teil noch orinalverpackten Spielen erhalten.

Geplant ist zudem ein Projekt zur digitalen Teilhabe. „Es geht darum, ältere Mitbürger, die sich ein neues Smartphone kaufen und nicht bedienen können, mit Jugendlichen zusammenzubringen“, erklärt der Leiter. So könnten die jungen Leute, die ganz selbstverständlich mit der Technik umgehen, die Senioren unterstützen.

Auch für die Finanzierung der gemeindeeigenen Einrichtung gibt es gute Vorzeichen. Ab 2021 können Mehrgenerationenhäuser mit jährlich 40 000 Euro gefördert werden, bislang sind es 30 000 Euro. Das Geld werde auch gebraucht, um Lohnsteigerungen, Aufwandsentschädigungen und neue Angebote zu finanzieren, so Wrage. Außerdem gibt es zukünftig mehr Planungssicherheit, weil die Einrichtungen dann acht Jahre lang unterstützt werden.

Im Mai hat das Ebstorfer Mehrgenerationenhaus den Publikumspreis im Bundeswettbewerb „Demografiegestalter 2020“ gewonnen. Die Auszeichnung gab es für das Projekt „Balu und du“, in dem elf Erzieherschülerinnen ein Jahr lang elf Grundschüler im Klosterflecken betreut haben.

Der Billardtisch ist Lohn für die Sammelaktion des Mehrgenerationenhauses. Fast zwei Tonnen Schuhe haben die Ebstorfer gespendet. Dafür erhielt die Einrichtung 850 Euro.

Derzeit fährt Wrage den Betrieb in der ehemaligen Amtskornscheune wieder Stück für Stück hoch. Seit voriger Woche dürfen die Jugendlichen wieder ins Haus, auch die Nachmittagsbetreuung läuft wieder. Mit fast 25 Ehrenamtlichen bietet das Mehrgenerationenhaus sieben bis zehn Kurse pro Woche an. VON GERHARD STERNITZKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare