So viel investiert wie nie

VSE Ebstorf-Rosche erwirtschaften Überschuss und zahlen Dividende aus

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Die Mitglieder der VSE blickten auf ein besonderes Jahr in der Geschichte der Genossenschaft zurück. Es wurde die Rekordsumme von sieben Millionen Euro investiert.

Ebstorf/Rosche. Es war ein Jahr der großen Investitionen. Der größten in der Geschichte der Vereinigten Saatzuchten Ebstorf-Rosche (VSE) überhaupt.

Denn mit dem Bau von vier Getreidesilos und einer Düngemittelhalle im Uelzener Hafen hat die Genossenschaft rund sieben Millionen Euro in die Hand genommen, um flexibler agieren zu können. Die Ebstorfer setzen auf den Hafen als Standort der Zukunft – und ihre Rechnung geht auf: Sämtliche Lagerkapazitäten sind dort schon jetzt mehr als ausgelastet, sodass bereits über eine weitere Vergrößerung am Elbe-Seitenkanal nachgedacht wird.

Auf ein „zufriedenstellendes Geschäftsjahr“ blickten dann auch VSE-Geschäftsführer Volker Bormann sowie Vorstand und Aufsichtsrat gestern in der Uelzener Jabelmannhalle bei der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 2015/16 zurück. Der Gesamtumsatz blieb mit rund 94,3 Millionen Euro auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (93,5 Mio.). Am Ende konnte die VSE trotz der immensen Ausgaben einen Jahresüberschuss von 350 000 Euro erwirtschaften; im Vorjahr waren es noch 500 000 Euro. Die Generalversammlung beschloss außerdem, den rund 600 Mitgliedern der Genossenschaft eine Dividende von drei Prozent auszuzahlen.

Der Umsatz im Schwerpunktgeschäft der VSE – landwirtschaftliche Artikel wie Kartoffeln, Getreide, Düngemittel und Saaten – legte um 17,2 Prozent auf rund 79,6 Millionen Euro zu. Weniger umgesetzt wurde in den Bereichen Technik und Energie. Letzteres vor allem bedingt durch die Ausgliederung des Energiegeschäfts in die Heide-Wendland-Energie GmbH, die im Oktober 2015 gegründet worden war.

„Beim Getreide hatten wir eine relativ gute Ernte“, berichtet Geschäftsführer Bormann. Der Umsatz sei von knapp 75 792 Tonnen und rund 14,7 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014/15 auf 90 175 Tonnen und 16,3 Millionen Euro gestiegen. Bei den Kartoffeln sank zwar die umgesetzte Menge von 81 047 Tonnen auf 75 366, gleichzeitig aber erholten sich die im Vorjahr fatal niedrigen Kartoffelpreise: Setzte die VSE 2014/15 noch 5,8 Millionen Euro in diesem Bereich um, sind es 2015/16 trotz der geringeren Menge rund 14 Millionen Euro gewesen.

Leichte Anstiege waren beim Umsatz von Düngemittel und Pflanzenschutz zu verzeichnen. „Das heißt aber nicht, dass die Landwirte mehr gedüngt haben“, erklärt VSE-Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Wilhelm Giere im AZ-Gespräch, sondern dass man größere Marktanteile habe gewinnen können.

Damit die VSE auch in Zukunft schlagkräftig bleibt, ist, wie berichtet, eine Verschmelzung mit der Saatbau Clenze geplant, aber auch weitere Faktoren spielen eine große Rolle. Wie die Infrastruktur. „Wir haben zum Beispiel beim Getreide einen stabilen Markt mit positiver Tendenz – wegen des Hafens“, fasst Hans-Wilhelm Giere zusammen. Den dort vorhandenen Lagerkapazitäten von 30 000 Tonnen standen im vergangenen Geschäftsjahr 36 000 angelieferte Tonnen gegenüber. Teilweise musste das Gut auf weitere Standorte verteilt werden. Nun setze man auch auf den Neubau der Schleuse Scharnebeck große Hoffnung, ergänzt Vorstandsvorsitzender Eckhard Hinrichs. Denn der Haupttransportweg der Güter der VSE sei nach wie vor der Elbe-Seitenkanal.

Von Ines Bräutigam

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