Noch keine Genehmigung für Bodwede-Schule

In Ebstorf fehlen 40 Kitaplätze – Jetzt bleiben wohl nur Container

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Noch kein Stück weiter: die ehemalige Bodwede-Schule. Aufwendige Abstimmungen zum Denkmalschutz haben das Genehmigungsverfahren für den zusätzlichen Kita-Standort verzögert.

Ebstorf – Der Ansturm kommt nicht ganz überraschend. 26 Betreuungsplätze fehlen zum August in der Ebstorfer DRK-Krippe in der Fischerstraße. Im DRK-Kindergarten am Domänenplatz können 14 Knirpse nicht untergebracht werden.

Schon vor der überstürzten Einführung der Beitragsfreiheit in niedersächsischen Kindergärten plante der Klosterflecken einen Umbau der ehemaligen Bodwede-Schule als zusätzlichen Kita-Standort. Geplante Fertigstellung: August 2018. Nun steht fest: Die Räume stehen auch zum neuen Kindergartenjahr nicht bereit.

„Wir haben bis heute für die Bodwede-Schule keine Baugenehmigung“, räumt Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf am Montagabend im Familienausschuss ein. Sie werde aber noch in dieser Woche erwartet. Die Verwaltung bereite parallel die Ausschreibung vor. Auch wenn man geeignete Firmen für den Umbau finde, seien die Räume jedoch nicht vor Dezember verfügbar.

Die verzweifelte Suche nach einem Übergangsquartier verlief bislang erfolglos. Sowohl das Mehrgenerationenhaus als auch die Mauritius-Schule haben keine freien Räume. Schlimmer noch: Weil das DRK mehr Platz braucht, muss auch die Zehner-Kindergartengruppe, die derzeit im Obergeschoss des DRK-Hauses untergebracht ist, raus. Derzeit prüft der Klosterflecken, ob die Kirche Räume zur Verfügung stellen kann. Sonst bleiben nur Container. „Wir sind dran“, betont Oelstorf. „Und wir hoffen, zu Anfang des neuen Kindergartenjahres eine Lösung zu finden.“ Ortsfremde Kinder könnten derzeit jedenfalls nicht in Ebstorf aufgenommen werden.

UWG-Ratsfrau Anna Giza-Braun weist darauf hin, wie beengt schon jetzt die Lage in der Krippe an der Fischerstraße ist. Dort müssen die Erzieherinnen zugunsten einer Gruppe auf ihren Sozialraum verzichten. „Das geht den Mitarbeiterinnen ganz nah“, berichtet sie und schlägt vor, als Provisorium eine Holzhütte aus dem Baumarkt anzuschaffen. Auch ein nicht genutzter Bauwagen des Waldkindergartens wird vorgeschlagen.

Kita-Leiterin Claudia Growitz mahnt derweil, dass schnell ein Ausweichstandort gefunden werden muss. „Das ist wichtig, weil die Eltern wissen wollen, ob sie einen Kindergartenplatz bekommen oder nicht“, erklärt die Kita-Leiterin. Manche Eltern könnten keine neue Arbeitsstelle annehmen, solange die Betreuung der Kinder nicht geklärt sei.

Grund für die Verzögerungen in der Bodwede-Schule sind laut Gemeindedirektor aufwendige Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. So habe es langwierige Analysen zur ursprünglichen Farbe des Fachwerks gegeben. Dann ging es um einen Ersatz der asbesthaltigen Platten auf der Gebäuderückseite – sie soll nun mit Schiefer verkleidet werden. Und schließlich wurde diskutiert, wie die aus Feuerschutzgründen vorgeschriebene Fluchttreppe versteckt werden kann.

Wenn alles gut geht, sollen die Arbeiten im Juni beginnen. 450.000 Euro, davon zwei Drittel Zuschuss aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz, sind eingeplant. Außer einer 25-er-Krippengruppe und einer Kindergartengruppe mit 15 Plätzen soll nun im Obergeschoss zusätzlich eine 25er-Kindergartengruppe einziehen.

VON GERHARD STERNITZKE

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