Im Sperrbezirk

Ebstorf: Bei Ausbruch der Schweinepest wären alle Bauern betroffen

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Ein Schutzzaun gegen die afrikanische Schweinepest wird aufgebaut. Wenn ein Sperrbezirk eingerichtet wird, dürfen die Bauern ihre Felder dort nicht mehr bewirtschaften und abernten.

Ebstorf/Landkreis – Es ist die Ruhe vor dem Sturm. In den Schweineställen wächst eine neue Generation heran. Die Bauern bereiten sich auf die Frühjahrsbestellung vor. Dorfbewohner gehen mit ihren Hunden spazieren.

Wenn das erste Wildschwein mit dem Erreger der afrikanischen Schweinepest gefunden wird, können sie alle betroffen sein. Volker Bormann, Geschäftsführer der Vereinigten Saatzuchten Ebstorf (VSE), warnt vor den Folgen nicht nur für Schweinehalter, sondern auch für alle anderen Bauern.

Grund ist ein Sperrbezirk, der bei einem Ausbruch der Seuche gezogen würde (siehe „Zum Thema“). „Es könnte passieren, dass Landwirte ihr Getreide nicht ernten dürfen, dass Silos gesperrt werden“, erklärt Bormann. „Dann ist der ganze Getreidehandel im Sperrgebiet tot.“ Dabei geht es sowohl um eine Übertragung des Keims durch die Landwirte und ihre Maschinen als auch um das Getreide und andere Feldfrüchte, die unter anderem als Viehfutter zum Einsatz kommen.

Noch ist es nicht so weit, aber die Seuche ist bereits wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze angekommen. „Es sind viele Maßnahmen getroffen worden, aber wir sind uns relativ sicher, dass wir irgendwann betroffen sein werden“, meint der VSE-Geschäftsführer, der von einem Super-GAU spricht.

Die Genossenschaft hat deshalb ihren Mitgliedern geraten, eine entsprechende Versicherung abzuschließen, die nur von einem einzigen Versicherer angeboten wird. „Es ist am besten, dieses Risiko abzusichern“, rät Bormann. Viele Landwirte seien diesem Rat gefolgt. Für betroffene Landwirte im Kernbereich gibt es nach Auskunft von Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer zwar eine Entschädigung. Diese werde aber sicher nur einen Teil des Schadens decken.

Letztendlich geht es bei allen Maßnahmen um den Schutz der Schweinezucht, der Schlachthöfe und des Fleischhandels. „Es wird zu erheblichen Beschränkungen für Schweinefleisch kommen, selbst wenn es nicht befallen ist“, betont der Kreisveterinär. „Obwohl für den Menschen absolut keine Gefahr besteht, sich zu identifizieren.“

VON GERHARD STERNITZKE

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