Umleitung führt von Melbeck über Ebstorf / Ab 4. Juni fahren Lkw durch Flecken

B 4 drei Wochen gesperrt

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Erhöhtes Verkehrsaufkommen: Diese Konsequenz wird die einseitige Straßensperrung der B 4 unter anderem für Ebstorf haben. Der Klosterflecken liegt auf der Standard-Umleitungsstrecke für die Bundesstraße.

Ebstorf/Bienenbüttel/Landkreis. Die Bundesstraße 4 wird vom 4. Juni an drei Wochen lang einspurig gesperrt. Aus Richtung Lüneburg kommend werden die Fahrzeuge von Melbeck aus über die Landesstraße 233 und damit über den Klosterflecken Ebstorf geleitet.

Ab Groß Süstedt führt die Umleitung die Fahrzeuge dann über die Bundesstraße 71. Von Uelzen können Autofahrer weiterhin ungehindert nach Lüneburg fahren. Der Grund für die Sperrung: Auf Höhe Bienenbüttel muss die Straßendecke der B 4 erneuert werden.

Rund 15 000 Fahrzeuge, davon 2000 Lkw rollen nach Angaben der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr täglich über die B 4 zwischen Uelzen und Lüneburg. Zusätzlich verkehrsregelnde Maßnahmen sind auf den Umleitungsstrecken aber nicht geplant. „Dort bleibt alles wie es ist. Schließlich wird die Bundesstraße nur in einer Fahrtrichtung gesperrt“, erklärt Jürgen Rentsch, Pressesprecher der Straßenbaubehörde in Lüneburg.

Im Klosterflecken Ebstorf dürften sich die Einwohner derweil nicht gerade über die Umleitung und das daraus resultierende erhöhte Verkehrsaufkommen freuen. Denn das Thema Verkehr im Ort treibt so manchem Ratsherren auch ohne Umleitung die Sorgenfalten auf die Stirn. „Der Verkehr ist in der Bahnhofstraße in den letzten zehn Jahren viel mehr geworden“, bestätigte Dieter Gade (FBE) am Mittwoch während der Bauausschusssitzung den Eindruck vieler Bauausschussmitglieder. Trotz verschiedener Querungshilfen – ein Kreisverkehr, zwei Ampeln sowie eine Verkehrsinsel – hätten es Fußgänger und Fahrradfahrer schwer, wenn sie von einer Seite der Bahnhofstraße auf die andere wollten. Bereits vor zwei Jahren hatte darum die SPD eine zusätzliche Querungshilfe angeregt – ein Vorschlag, der damals vom Land abgelehnt wurde. Das wäre für eine Anlage an der Bahnhofstraße nämlich zuständig, weil es sich bei der Straße um die Landesstraße 233 handelt – also eben die Landesstraße, über die in zwei Wochen zusätzlich der Verkehr der B 4  rollen wird.

In den Fraktionen wollen Ebstorfs Ratsherren erneut über den Bau eines Fußgängerüberweges an der Bahnhofstraße diskutieren. Fest steht jedoch bereits: Die Kosten für eine solche Anlage müsste der Flecken wohl aus eigener Kraft stemmen. „Die einzige sichere Lösung wäre eine Signalanlage – die ist zwar verhältnismäßig teuer, aber sicher. Ein Zebrastreifen wäre nur eine Pseudolösung, die eher noch dazu verführt loszulaufen, wenn der Verkehr vielleicht noch rollt“ gab Bauamtsleiter Roland Klewwe zu bedenken. Eine einfache, reine Fußgängerampel würde nach Aussage des Fachmanns rund 30 000 Euro kosten. Ob für den Bau einer Querungshilfe Fördertöpfe angezapft werden könnten, prüft die Verwaltung auf Anregung aus Reihen der Bürger.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Bahnhofstraße lehnten Bauausschussmitglieder und Verwaltung indes ab. „das würde nichts bringen, weil es sich dann staut. Das Problem haben wir ja jetzt schon, wenn die Straße stark befahren wird“, erklärte Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf.

Von Wiebke Brütt

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