Die Ebstorferin Elfriede Schulz und ihre Schwester Irmgard Meyer sind als Zwillinge alt geworden

Glückwunsch! Das „doppelte Lottchen“ wird 90

Die Ebstorferin Elfriede Schulz (rechts) und ihre Zwillingsschwester Irmgard Meyer kleiden sich noch heute gleich. Am Sonntag wird das „doppelte Lottchen“ 90. Mit ihnen freuen sich insgesamt acht Kinder, neun Enkel und vier Urenkel.
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Die Ebstorferin Elfriede Schulz (rechts) und ihre Zwillingsschwester Irmgard Meyer kleiden sich noch heute gleich. Am Sonntag wird das „doppelte Lottchen“ 90. Mit ihnen freuen sich insgesamt acht Kinder, neun Enkel und vier Urenkel.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Ebstorf. Zwei aufgeräumte alte Damen sitzen auf dem Sofa in einem Ebstorfer Reihenhaus und erzählen Geschichten von früher. Das Sofa steht im Wohnzimmer von Elfriede Schulz, dunkelblauer Blazer, rote Bluse.

Ihre Schwester Irmgard Meyer aus Barendorf trägt eine altrote Bluse und dazu einen dunklen Blazer. So war es schon immer: Die Schwestern unterscheiden sich nur in Nuancen. Am Sonntag werden die Zwillinge 90.

„Wir waren uns schon immer einig“, sagt Elfriede Schulz, geborene Wrede. Und ihre Schwester ergänzt: „Wir sind leichter durchs Leben gekommen, weil wir immer zu zweit waren. Wir haben uns in Freud und Leid unterstützt.“ Die Gemeinsamkeiten gehen soweit, dass beide Seniorinnen schon eine Herzoperation hinter sich haben.

Ihre Ähnlichkeit sorgte schon früh, zu Hause in Natendorf, wo die beiden als Töchter eines Sägewerkarbeiters aufwuchsen, für manchen Spaß. Selbst ihr Vater konnte seine beiden Kinder, die letzten von neun Geschwistern, nicht immer auseinanderhalten. Der Pastor redete die Mädchen, die sich gern gleich kleideten, aus Bequemlichkeit einfach mit „Zwilling“ an. Der Lehrer konnte sie besser unterscheiden – nämlich durch ihren Platz im Klassenzimmer. Es war eine unbeschwerte Kindheit auf dem Land, als in Natendorf noch Kibbel-Kabbel, ein Wurfspiel mit Holzknüppeln, gespielt wurde.

Selbst der gleiche Berufswunsch verband das „doppelte Lottchen“, wie die zwei häufig genannt wurden. Sie wollten Kindergärtnerinnen werden. Doch die Zeiten waren andere in den vierziger Jahren. So mussten die Mädchen auch nach dem Pflichtjahr weiter auf dem Bauernhof arbeiten. Nach Kriegsende verdingten sich beide in Lüneburger Haushalten, bevor zunächst Irmgard Meyer 1955 ihren Mann Otto, einen Zimmermann, heiratete. 1956 folgte Elfriede Schulz mit ihrem Mann Gerhard, von Beruf Schachtmeister.

Elfriede Schulz zog mit ihrem Mann nach Bad Bevensen, 1993 in ihr Ebstorfer Reihenhaus. Irmgard Meyer lebte mit ihrer Familie in Barendorf. Aber der Urlaub wurde oft gemeinsam verbracht. Und die Gemeinsamkeiten blieben. Selbst ihre Küchenschränke sind ähnlich sortiert.

Elfriede Schulz’ Ehemann Gerhard starb 1997 mit 67 Jahren. „Er hat bis zuletzt gearbeitet“, erinnert sie sich. Ihr Schwager Otto Meyer folgte mit 78 Jahren. Beide Damen leben noch im eigenen Haus, kochen selbst und erledigen manches im Haushalt. Dabei werden sie jeweils von einer Tochter im Dorf unterstützt. „Man muss sich immer beschäftigen, damit man gesund bleibt“, findet Irmgard Meyer.

Vier Kinder, acht Enkel und vier Urenkel von Elfriede Schulz sowie vier Kinder und ein Enkel von Irmgard Meyer gratulieren zum Jubeltag der Zwillinge. Die haben selbst keine großen Wünsche: „Wichtig ist, dass in der Familie alle gesund bleiben.“

Von Gerhard Sternitzke

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