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Investor würde nach Abriss einen Neubau in Ebstorfs Zentrum realisieren

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Das Ebstorfer Rathaus aus den siebziger Jahren.
Sieben Millionen Euro beträgt die Schätzung für die Sanierung des Ebstorfer Rathauses. Bürgermeister Heiko Senking hat nach eigenen Angaben einen Investor an der Hand, der hier ein Dienstleistungszentrum schaffen würde. © Sternitzke, Gerhard

Sieben Millionen Euro, so lautet die Zahl, die Samtgemeindebürgermeister Martin Feller angesichts explodierender Preise am Bau für die Sanierung des Ebstorfer Rathauses genannt hat (AZ berichtete). Bislang handelt es sich um eine Schätzung. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor. Ortsbürgermeister Heiko Senking (UWG) macht sich schon länger für eine kleinere Lösung stark. Jetzt hat er nach eigenen Angaben einen Investor an der Hand, der den Betonklotz einschließlich Sparkasse abreißen und ein neues Dienstleistungszentrum errichten würde – einschließlich Räumlichkeiten für ein Bürgerbüro.

Ebstorf – Ebstorf brauche keinen Prestigebau mit einem großen Ratssaal, findet Senking. „Die Kosten sind entbehrlich. Wir brauchen einen Besprechungsraum für 20 Personen. Wir haben eine wunderschöne Kulturbühne, das Schützenhaus, die Scheune Alms, wo man Ratssitzungen machen kann“, erklärt der Bürgermeister. Mit Besprechungsraum, Bücherei, zwei, drei Büros und dem Bürgerbüro könnte sich die Samtgemeinde in einen Neubau einmieten, in dem dann auch Platz für viele andere Angebote wäre. „Meiner Meinung nach ist das Beste für den Ort ein modernes Dienstleistungszentrum“, sagt Senking.

Hausärztin, Optiker und Sparkasse würden einziehen

Das Interesse an solch einem Dienstleistungszentrum sei groß. Die Hausärztin Dr. Franziska Stern, Optik Helbing, zwei Gastronomen sowie zwei Imbisse würden nach Senkings Angaben gern in einen solchen Neubau in zentraler Lage einziehen. „Auch die Sparkasse hat signalisiert, dass sie gerne bleiben würde, aber nicht in den bisherigen Dimensionen“, berichtet der Bürgermeister.

Im Obergeschoss könnten Wohnungen entstehen. Mit einer Ziegeloptik könne zudem ein Anklang an den früheren Oberen Krug geschaffen werden, der einst für das Rathaus abgerissen wurde. Und rund um den Neubau würde der Investor zusätzliche Parkplätze schaffen.

Sieben Millionen Euro für die Sanierung des Betonklotzes stehen zwar im aktuellen Haushalt. Genehmigt worden sei der jedoch mit einem Hinweis der Kommunalaufsicht, dass hierfür eine Wirtschaftlichkeitsberechnung notwendig sei, betont Senking. Ein neues Dienstleistungszentrum könnte von einem Unternehmer viel schneller realisiert werden. „Im Zeitalter von Homeoffice werden wir die großen Rathäuser nicht mehr brauchen. Und wir würden sieben Millionen Euro sparen.“

„Ich halte das für eine richtig gute Idee. Wenn man an zentraler Stelle ein Gewerbezentrum hat, kann man eine ganze Menge Besorgungen machen“, reagiert Samtgemeindebürgermeister Martin Feller. „Zentrale Plätze in den Orten sind in den letzten Jahren vernachlässigt worden.“

Samtgemeinde bietet auch weiter alle Verwaltungsleistungen in Ebstorf an

Gleichzeitig verspricht Feller, dass die Ebstorfer und die Bewohner der Umlandgemeinden weiter den kompletten Service der Verwaltung nutzen können. „Es ist klar, dass es in Ebstorf immer ein Rathaus geben wird. Und das Rathaus in Ebstorf wird immer alle Leistungen vorhalten, die es in Bevensen gibt“, betont der Samtgemeindebürgermeister. „Es würde die Wirtschaftskraft in Ebstorf stärken und würde den Rathausbesuch attraktiver machen.“

Gleichzeitig verweist Feller auf die lange Mängelliste des „Affenfelsens“. So gab es Schimmelbefall, mehrmals regenete es durchs Dach. Elektrik, Brandschutz und Wärmedämmung müssen angegangen werden.

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