Ebstorf: Morgen wird fürs Mehrgenerationenhaus Freundeskreis gegründet / Interessierte willkommen

Denkanstöße für neue Angebote

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Der Leiter des Ebstorfer Mehrgenerationenhauses Gudio Wrage will das Angebot der Einrichtung gemeinsam mit interessierten Ebstorfern noch besser auf die Bedürfnisse abstimmen.

Ebstorf. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Ebstorf liegt in zentraler Lage mitten im Ort, am historischen Domänenplatz. Und das schon seit einigen Jahren.

Trotzdem wissen noch immer nicht alle Ebstorfer, was genau hinter den Mauern des denkmalgeschützten Fachwerkbaus eigentlich geschieht. Das soll sich in Zukunft gründlich ändern, findet Guido Wrage. Seit fünf Jahren leitet er das MGH in Ebstorf und will morgen, Mittwoch, ein Beratungsgremium gründen, in dem alle Bürger mitmischen können, die sich für das MGH interessieren.

„Das ist ja nicht mein Haus, sondern das der Ebstorfer Bevölkerung“, fasst Guido Wrage pragmatisch zusammen. Und genau deswegen sollten vor allem auch die Ebstorfer mitbestimmen können, welche Angebote in der Einrichtung stattfinden sollen. Der Leiter des MGH erhofft sich dabei Impulse von Ebstorfern unterschiedlicher Generationen.

Dass dabei auch Überraschendes herauskommen kann, zeigte jüngst eine Situation im Familienausschuss des Klosterfleckens. Damals wurde von hohen runden Geburtstagen berichtet, zu denen die Gemeinde Glückwünsche überbringe. Dabei war herausgekommen, dass diese Form der Aufmerksamkeit von den älteren Herrschaften hoch geschätzt wird. Vor allem von den Alleinstehenden. Allerdings beklagten diese fast allesamt auch ihre Einsamkeit an Feiertagen. An Weihnachten zum Beispiel. „Da habe ich sofort gedacht: Da müssen wir was anbieten“, sagt Guido Wrage. Und das sei auch in Kooperation mit anderen Mitstreitern wie beispielsweise der Kirche denkbar.

Um genau diese Denkanstöße geht es dem MGH-Leiter bei dem neuen Freundeskreis oder Unterstützerzirkel. Wie genau die Beraterrunde heißen soll, steht noch nicht fest. Am liebsten hätte Wrage sie „Beirat“ genannt. Das darf er aber nicht, weil dieser Begriff politisch geprägt sei, wurde ihm beschieden.

Mit seinen 15 Wochenstunden, die er selbst dem MGH zur Verfügung stehe, und zwei studentischen Hilfskräften sowie einer Kraft für die Schülernachbetreuung könne man eben nur begrenzt arbeiten, sagt Guido Wrage. „Da deckt man das Notwendige mit ab.“ Umso wichtiger, wenn es da weitere Mitstreiter gebe, die sich einbrächten. „Da gibt es sicher sehr viele Leute, die vielleicht noch mehr als wir eine Ahnung davon haben, was genau fehlt“, so Wrage.

Ein Facebook-Auftritt des MGH fehlt seit Kurzem allerdings nicht mehr. Auf der Seite der Einrichtung informiert Guido Wrage regelmäßig über alles Aktuelle. Wie sehr das MGH aber auch im echten Leben eine Netzwerk-Funktion übernimmt, zeigt sich gestern Mittag während des AZ-Gesprächs in der Paletten-Lounge vor dem Haupteingang: Eine Frau aus der Eltern-Kind-Gruppe ruft dem Leiter etwas Organisatorisches herüber, eine Mutter bleibt mit ihrem Sprössling stehen und fachsimpelt mit ihm über die Kinderbetreuung in der Kita, und eine DRK-Mitarbeiterin hat etwas wegen der Garderobe zu besprechen. „Das wird von vielen nicht gesehen“, weiß Wrage, der sich – wie berichtet – in jüngster Zeit gegenüber der Politik des Fleckens immer wieder für die Leistungen des MGH im Verhältnis zu dem benötigten Betriebskostenzuschuss rechtfertigen musste.

Wer morgen mit dafür sorgen möchte, dass das MGH in Zukunft genau das bietet, was Ebstorf braucht, ist um 19 Uhr im MGH willkommen.

Von Ines Bräutigam

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