Ebstorf: Verkehrskommission begutachtet neuralgische Punkte / Politik sieht Empfehlungen skeptisch

Bushaltestelle in die Parallelstraße?

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Sollte die Bushaltestelle an der Bahnhofstraße barrierefrei ausgebaut werden, empfiehlt die Verkehrskommission des Landkreises Uelzen eine Verlebung der Haltestelle in die kleine Parallelstraße (im Bild vorn).

Ebstorf. Der Klosterflecken weist stetig neue Baugebiete aus. Immer wieder ist der Ort Ausweichstrecke für die Bundesstraße 4 zwischen Uelzen und Lüneburg.

Und dann gibt es auch immer frische Ideen, um neu entstandene Gefahrenquellen zu beseitigen – die Verkehrssituation in Ebstorf ist ein Dauerthema. Und so waren Vertreter von Politik und Verwaltung jüngst mit der Verkehrskommission des Landkreises Uelzen im Ort unterwegs, um neuralgische Punkte unter die Lupe zu nehmen.

Was dabei herauskam, berichtete Thorsten Brinck vom Bauamt jetzt den Mitgliedern des Bauausschusses. Und gleich der erste Punkt sorgte bei der Mehrzahl der politischen Vertreter für Stirnrunzeln, denn laut Empfehlung der Verkehrskommission sollte die Bushaltestelle an der Bahnhofstraße nicht barrierefrei gestaltet, sondern am besten auch noch in die kleine Parallelstraße verlegt werden. Auch eine Verkehrsinsel wäre denkbar, um die Situation für Fußgänger sicherer zu gestalten.

Der Vorschlag mit der Verkehrsinsel wäre für die Ebstorfer eher keine Option, weil es Schwierigkeiten mit der Einmündung in den Koppelring geben könnte. Auch einen barrierefreien Ausbau, wie er derzeit landkreisweit an den Bushaltestellen durchgeführt wird, sehen Politik und Verwaltung hier eher nicht. Der Bus würde mit einer Anhebung des Bordsteins direkt auf der Straße stehen und den Verkehrsfluss behindern. Außerdem sei die Bushaltestelle in der kreisweiten Prioritätenliste für den Ausbau weit unten angesiedelt. 20.000 bis 30.000 Euro würde der barrierefreie Ausbau wohl kosten, überschlug Thorsten Brinck und gab den Ausschussmitgliedern mit auf den Weg: „Besprechen Sie das in den Fraktionen.“

Auch die Querungssituation für Fußgänger am Penny-Markt nahm die Verkehrskommission in Augenschein. Ihre Empfehlung: Die Beleuchtung an dieser Stelle müsste verbessert werden, außerdem sollte durch eine Pflasterung kenntlich gemacht werden, wo sich Fußgänger bewegen – nämlich parallel zum querenden Kraftverkehr. Während Hans-Peter Hauschild (SPD) den Vorschlag für durchaus überlegenswert hielt, winkte Holger Alvermann (CDU) ab: „Wir sollten die Fußgänger nicht noch dichter an den Verkehr heranholen. Ich würde an der Stelle gar nichts machen und alles so lassen.“ Auch hierzu wird die Politik beraten.

An anderer Stelle haben sich die Dinge derweil ganz von allein erledigt. So montierte die Verkehrskommission ein Schild am Hans-Rasch-Weg, wonach Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht hier nicht fahren dürften. Demnach wäre auch landwirtschaftlichem Verkehr und den Schaustellerfahrzeugen zum Schützenfest das Befahren untersagt. Nach dem Austauschen von ratlosen Blicken über die Herkunft und den Standort des 7,5-Tonnen-Verkehrszeichens stellte sich schließlich heraus: „Das Schild war einfach nur verdreht“, erklärte Thorsten Brinck. Es sollte nämlich eigentlich nur für den Schützenplatz gelten, damit Lkws dort nicht über Nacht stehen...

Von Ines Bräutigam

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