Klagen über schlechte ÖPNV-Anbindung / Kreistag soll dazu beraten

Bus-Flaute nach 19 Uhr in Ebstorfer

Warten auf den Bus: Die Ebstorfer sind mit ihren Anbindungen an die Zentren wie Uelzen und Bad Bevensen, aber auch Lüneburg unzufrieden.
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Warten auf den Bus: Die Ebstorfer sind mit ihren Anbindungen an die Zentren wie Uelzen und Bad Bevensen, aber auch Lüneburg unzufrieden.
  • VonInes Bräutigam
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Ebstorf. „Die Beschwerden sind enorm. “ Tekin Aras (SPD) hört sich fast täglich von verärgerten Ebstorfern an, dass die Busverbindungen im Klosterflecken mehr als nur zu wünschen übrig lassen.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus forderte daher in dessen jüngster Sitzung die entsprechenden Abgeordneten auf, dieses Thema zur Debatte in den Kreistag mitzunehmen. Denn dort liegt die Zuständigkeit für den Öffentlichen Personennahverkehr – kurz: ÖPNV. Und mit dem sind die Ebstorfer gar nicht zufrieden.

Es könne doch nicht angehen, dass nach 19 Uhr in Ebstorf kein Bus mehr im Einsatz sei, monierte Tekin Aras. Und auch Bürgermeister Heiko Senking (UWG) kann ein Lied von den Beschwerden der Bürger singen. „Ich habe teilweise richtig wütende Mails von Eltern bekommen“, berichtete er in der Ausschusssitzung. „Es kann ja auch nicht sein, dass Kinder nach Schulschluss im Laufschritt zur Bushaltestelle müssen und auf den guten Willen der Busfahrer angewiesen sind“, schilderte er Situationen, wie es sie in Ebstorf immer wieder gebe. „Und wenn erst einmal Ferien sind, dann geht hier gar nichts mehr“, ahnt Senking und berichtet von Bürgern, die dann schon mal in ihrer Not den Entdeckerbus nutzten, um mobil zu sein.

Was den Ebstorfer Bürgermeister vor allem wurmt: Der Landkreis konzentriere sich zurzeit dermaßen auf das Thema HVV-Anschluss, dass diese örtlichen Probleme völlig vernachlässigt würden. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, schimpfte Senking. Der Bürgermeister liebäugelt ohnehin, wie berichtet, mit dem nahe gelegenen Soltau und vertritt die Auffassung, dass sich nicht nur alles in Richtung Lüneburg und Hamburg orientieren sollte. Die Bus-Flaute in Ebstorf ist Wasser auf seine Mühlen: „Ich komme besser mit dem Zug nach Soltau als mit dem Bus nach Lüneburg“, sagt er. Denn zwischen dem Klosterflecken und der Salzstadt gebe es laut Senking keinerlei Busverbindungen. Dann seien solche Gedankenspiele doch nur allzu folgerichtig.

Hans Peter Hauschild (SPD) nutzte die Diskussion für einen noch größeren Rundumschlag: „Der Landkreis soll erst einmal den ÖPNV auf die Reihe kriegen“, mahnte er im Hinblick auf die aktuelle Situation in Sachen HVV. Wie berichtet, sind die Bemühungen des Landkreises Uelzen, einen Vollbeitritt zum Hamburger Verkehrsverbund zu erhalten, in die Sackgasse geraten. Verschiedene Modelle als Alternativen stehen im Raum. Auch solche, nach denen nur Teile des Landkreises an den HVV angebunden werden könnten. Bienenbüttel und Bad Bevensen beispielsweise. Für Hans Peter Hauschild wäre das keine Option: „Wenn es einen HVV-Anschluss geben soll, dann für alle“, appellierte er.

Von Ines Bräutigam

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