Neue Interessengemeinschaft „Wir für Eimke gegründet“ / CDU-Ortsverein nun ohne Vorstand

Bürgernah und keine Parteipolitik

Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld

Eimke. Keine parteipolitischen Zwänge und keine unnötigen Reibereien mehr: Die Mitglieder des CDU-Ortsvereins Eimke haben ihre Drohung wahr gemacht und sind aus der Union ausgetreten. Stattdessen haben sie den Interessengemeinschaft „Wir für Eimke“ (WfE) gegründet.

Nun zählt der CDU-Ortsverein nur noch sechs Mitglieder und ist derzeit ohne Vorstand.

„Die Sache treibt uns schon länger um“, sagt Karl-Ernst Opitz, seines Zeichens ehemaliger Ortsvereins-Vorsitzender. Vor 32 Jahren wurde dieser gegründet, weil sich die Eimker Christdemokraten mit den Gerdauern zerstritten hatten. „Wir stoßen an unsere Grenzen mit Parteien, deshalb haben wir eine Initiative ins Leben gerufen, die sich örtlich orientiert“, schildert Opitz, der den Vorsitz des baldigen eingetragenen Vereins übernommen hat. Die Mitglieder wollen in erster Linie die Ziele vor Ort im Auge haben.

Eine Ursache sieht Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld im politischen Misch-Masch in der Samtgemeinde Suderburg: „Vier Bürgermeister aus vier Parteien“, macht er klar. Deshalb sei er nicht mehr in Samtgemeindeausschuss vertreten. „Demokratisch gesehen gehört aus jeder Gemeinde ein Vertreter hinein“, findet der Bürgermeister der Gemeinde Eimke, die seit November eben nicht mehr in diesem Gremium vertreten ist. „Ich bin nicht beleidigt“, betont Amtsfeld. Allerdings kann er seine Entäuschung über den CDU-Kreisverbandsvorsitzenden Jörg Hillmer nicht verbergen. „Der freie Platz im Samtgemeindeausschuss sollte gelost werden. Ich erwarte, dass sowas anders geregelt wird.“ Der Samtgemeindeausschuss hat sich für Amtsfeld inzwischen allerdings längst erledigt und so will er lieber in die Zukunft blicken. Besonders im Blickfeld: die neu gegründete Interessengemeinschaft WfE. „Wir haben die WfE gerade auch gegründet, um junge Leute vor Ort für Politik zu begeistern.“ Dabei sollen jegliche parteipolitischen Punkte außen vor gelassen werden.

Die Bürgernähe und die Ortsgemeinschaften sind Amtsfeld und Optiz in erster Linie wichtig. „Das CDU-Gefüge hilft uns dabei nicht“, unterstreicht der ehemalige Eimker Ortsvereinsvorsitzende. Eine „Fremdverwaltung“ wollen beide nicht. Und so setzen sie sehr auf Eigenleistung, mit der die Lebensqualität erhalten werden soll.

Beendet werden soll auch der Zwist mit Suderburg. „Wir wollen keinen Streit mehr mit den Suderburgern haben“, betont der Bürgermeister, der als inzwischen parteiloses Mitglied im Samtgemeinderat sitzt. Und vielleicht wird die WfE ja bei der nächsten Wahl antreten. Ihm schwebt außerdem vor, dass es künftig in der Gemeinde Eimke nur noch die WfE gibt – so wie beispielsweise in Natendorf und Barum nur eine Wählergemeinschaft die politischen Vertreter stellt – und eben keine großen Parteien.

Die Sitze der ehemaligen CDU-Ratsmitglieder bleiben erhalten, auch wenn sie jetzt der WfE angehören. „Der Sitz geht durch den Parteiwechsel nicht verloren“, bestätigt Reinald Müller vom Fachbereich Organisation, Ordnung und Soziales der Samtgemeinde Suderburg.

Im Moment ist der Antrag auf Eintrag in das Vereinsregister unterwegs. „Wir wollen parteifrei arbeiten. Mitmachen kann jeder, der hier wohnt“, sagt Opitz und hofft besonders auf junge Leute: „Meine Tochter hat mir gleich empfohlen, eine Facebookseite anzulegen.“

Von Jörn Nolting

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