Belastung mit Pentachlorphenol in Wriedeler Kita / Bürgermeister in der Kritik

Breyer weist Vorwürfe von sich

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Die Wriedeler Kita ist mit Pentachlorphenol belastet.

aja/mj Wriedel. Schimmelbildung, Staubmilben und Belastungen mit Rückständen von Holzschutzmitteln beunruhigen die Eltern im Wriedeler DRK-Kindergarten. Am Donnerstag hatte das Gesundheitsamt Uelzen bestätigt, dass eine Belastung mit Pentachlorphenol (PCP) vorliegt.

Wie berichtet, soll Bürgermeister Peter-Uwe Breyer (CDU) ein entsprechendes Gutachten erst nach Anfrage der AZ diese Woche per Fax an den Leiter des Gesundheitsamtes weitergeleitet haben. Die Gemeinde Wriedel werde „die Sache in die Hand nehmen“, betonte Bürgermeister Breyer gestern. Von einer bewusst verzögerten Weiterleitung der Untersuchungsergebnisse an das zuständige Gesundheitsamt distanziere er sich.

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Eine Mitteilungspflicht an die Gesundheitsbehörde, wie sie nach Infektionsschutzgesetz bei ansteckenden Krankheiten zwingend ist, gebe es bei Belastungen mit Schadstoffen nicht, erklärt Amtsärztin Claudia Schulze. Doch sobald das Gesundheitsamt Kenntnis von Beeinträchtigungen bekommt, trete es „umgehend mit den verantwortlichen Personen in Kontakt.“ „Richtig ist“, sagt Peter Vogt, Leiter der DRK-Kindergärten im Landkreis Uelzen, „dass unseren Mitarbeitern im November eine Schimmelbildung aufgefallen war, die wir umgehend der Gemeinde als Träger der Einrichtung meldeten.“ Eine Sachverständige habe daraufhin zwei Holzproben entnommen, die ihr auffällig erschienen und empfahl dem DRK, diese Holzproben auf eine Belastung mit Pentachlorphenol untersuchen zu lassen, sagt Vogt. Er habe diese Empfehlung umgehend an die Gemeinde weiterleitet. „Wir konnten als Betreiber nichts weiter unternehmen, weil das Haus dem Träger der Kindereinrichtung gehört.“ Gleichwohl habe das DRK der Gemeinde ein Institut in Oldenburg empfohlen, die auf Untersuchungen in Kindergärten spezialisiert sind.

Anfang März hatte die Gemeinde Wriedel aufgrund eines Hinweises aus der Elternschaft zunächst zwei Holzproben zur chemisch-toxischen Untersuchung gebracht.

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