Bislang kein Käufer für denkmalgeschütztes Haus in Ebstorf gefunden / Diverse Nutzungen denkbar

Bodwede-Schule ist noch zu haben

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Besonderes Fachwerkhaus in bester Lage des Klosterfleckens Ebstorf – das Gebäude der ehemaligen Bodwede-Schule sucht noch immer einen neuen Besitzer.

Ebstorf. Die großen Sprossenfenster lassen viel Licht in die Räume, mit seiner zentralen Lage im Herzen des Klosterfleckens Ebstorf und dem eingegrünten Grundstück sollte es eigentlich ein Filetstück sein.

Und doch scheint die einstige Bodwede-Schule eher ein Ladenhüter zu werden. Seit Sommer 2014, als die Förderschule aufgegeben wurde, steht das Gebäude an der Lüneburger Straße 28 leer. Bislang mühte sich ein Maklerunternehmen vergebens um einen Käufer.

Der Verwaltungsausschuss (VA) des Fleckens Ebstorf hat inzwischen entschieden, noch bis zum Auslaufen des Maklervertrags, der bis August dieses Jahres gilt, abzuwarten. „Die Makleraktivitäten sollen außerdem intensiviert werden“, berichtet Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf von einer Forderung des VA. Denn aus Sicht der Ebstorfer läuft die Vermarktung des historischen Gebäudes viel zu schleppend.

Man wolle die ehemalige Schule, die 1835 als Haus für den ersten Beamten des Amtes Ebstorf erbaut worden war und nach 1859 als Wohnung des jeweiligen Amtsrichters diente, definitiv verkaufen, so Oelstorf. Der Flecken behalte sich aber das Recht vor, Einfluss zu nehmen auf eine künftige Nutzung.

Das Fachwerkhaus mit der schieferverkleideten Rückseite steht unter Denkmalschutz und hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Als im Jahr 1879 das Amtsgericht von Ebstorf nach Uelzen verlegt wurde, erhielt der jeweilige Oberförster – später Forstmeister – das Gebäude als Dienstwohnung. 1968 kaufte der Flecken Ebstorf das Gebäude dem Land Niedersachsen ab. Zurzeit nutzt die örtliche Flüchtlingshilfe-Initiative das Gebäude als Kleiderkammer.

168 000 Euro werden in dem Exposé des Maklerunternehmens aktuell als Mindestpreis für das Gebäude aufgerufen. Die letzte Renovierung liegt zwar fast 40 Jahre zurück und eine Rundumsanierung ist durchaus erforderlich. Dafür aber erhält der künftige Besitzer zwölf Räume, die sich auf insgesamt 350 Quadratmeter verteilen. Außerdem liegt unter dem Haus noch ein alter Gewölbekeller.

Überlegungen über eine künftige Nutzung habe es schon diverse gegeben, sagt Wilhelm Oelstorf im AZ-Gespräch. Eine Gastronomie könnten sich hier einige vorstellen, andere sähen dort gern eine soziale Einrichtung angesiedelt, und auch als Sitz der Verwaltung – eine Alternative zum betagten Ebstorfer Rathaus – wurde das Haus schon gehandelt. „Konkret geworden ist da aber nie etwas “, so Oelstorf. Das soll sich jetzt allerdings alsbald ändern.

Von Ines Bräutigam

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