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Bewohner bleiben in Haus Westerholz

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Blick in den Speisesaal von Haus Westerholz.
Das Haus Westerholz am Rand von Ebstorf – hier der Speisesaal – bietet bis zu 80 chronisch psychisch Kranken ein Zuhause. Der Umzug der Einrichtung nach Lüneburg hat sich erledigt. © Pkl

Die Bewohner gehören zum Ebstorfer Straßenbild. Von ihrem Gelände etwas außerhalb des Klosterfleckens gehen sie in den Ortskern spazieren und einkaufen. Inzwischen ist klar, dass Haus Westerholz als Wohnheim für psychisch Behinderte am Ort erhalten bleibt.

Ebstorf/Lüneburg – Das bestätigt die Psychiatrische Klinik Lüneburg als Träger der Einrichtung.
Ursprünglich sollten die Bewohner in diesem Jahr in einen Neubau auf dem Klinikgelände umziehen (AZ berichtete), weil die Wohnbedingungen in der Anlage aus den dreißiger und fünfziger Jahren nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht und eine Sanierung ansteht. Doch der L-förmige Neubau, in den die Lüneburger Gesundheitsholding 7,2 Millionen Euro investierte, ist bereits belegt.

Neubau in Lüneburg ist bereits belegt

Hintergrund ist ein Konzept der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, bis 2028/2029 die Erwachsenenpsychiatrie auf dem weitläufigen Gelände an einem Standort zu konzentrieren. Für dieses Ziel werden in zwei Bauabschnitten fast 120 Millionen Euro investiert. Der Neubau, der eigentlich für die Ebstorfer Heimbewohner errichtet wurde, ist inzwischen mit zwei Stationen belegt.

Jan-Hendrik Kramer.
Jan-Hendrik Kramer, Geschäftsführer der Psychiatrischen Klinik Lüneburg: „Die Zukunft von Haus Westerholz liegt in Ebstorf.“ © Pkl

„Wir brauchen den Platz“, sagt Klinik-Geschäftsführer Jan-Hendrik Kramer. Außerdem hat sich auch die Bewertung des Standorts Ebstorf gewandelt. „Die Liegenschaft hat ihre Vorteile. Die Bewohner sind im Wald, wo man auch mal rumschreien kann“, erklärt Kramer. „Die Verbindung von Haus Westerholz zum Ort ist gegeben. Und auch die Belegschaft kommt größtenteil aus der Region.“

Nun soll ein Konzept für die Einrichtung mit 80 Heimplätzen und 54 Vollzeitstellen, davon 36 in der Pflege, entwickelt werden. Im Mai entscheidet dann der Aufsichtsrat der Gesundheitsholding über die weitere Entwicklung. Verbunden damit sind dann Investitionen in die Einrichtung, die 1937 bis 1939 als Waldarbeiterschulungslager erbaut und später als Lazarett und Kreiskrankenhaus erweitert wurde.

Entscheidung über Investitionen im Mai

„Es ist nicht alles barrierefrei“, berichtet Kramer. Die Zimmergrößen lassen zu wünschen übrig, stehen aber unter Bestandsschutz. Weitere Therapiemöglichkeiten wären wünschenswert, und die Gebäude sind nicht isoliert. „Es gibt mehrere Optionen“, sagt Geschäftsführer Kramer. „Ob eher Neubau oder Sanierung, wird erarbeitet und diskutiert.“

Der markante Hauptbau in Fachwerkbauweise aus der Zeit des Dritten Reichs steht unter Denkmalschutz. Zwischenzeitlich gab es im Klosterflecken ernsthafte Befürchtungen, dass das Gebäude mit Nazi-Vergangenheit bei einem Verkauf interessant für Rechtsextreme sein könnte. Das hat sich nun erledigt. Geschäftsführer Kramer stellt klar: „Die Zukunft von Haus Westerholz liegt in Ebstorf.“

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