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Belüfter sollen Fischsterben verhindern / Konzept zum Erhalt des Mühlenteichs

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Von: Lars Lohmann

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Aus dem Ebstorfer Mühlenteich haben Helfer Hunderte Muscheln geborgen
Aus dem Ebstorfer Mühlenteich haben Helfer diese Woche noch einmal Hunderte Muscheln geborgen. © Privat

Im Wiesensee wurden Muscheln und Fische ausgesetzt, die aus dem Mühlenteich gerettet wurden. Damit es genug Sauerstoff für sie gibt, laufen jetzt zwei Belüftungseinheiten.

Ebstorf – Das Rauschen des Wassers ist schon von Weitem zu hören. Doch das, was wie ein nicht funktionierender Springbrunnen wirkt, hat einen ernsten Hintergrund: Im Ebstorfer Wiesensee laufen zurzeit zwei Belüftungseinheiten auf Hochtouren, um den nötigen Sauerstoff ins Gewässer zu bringen. Ansonsten droht laut Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking ein Fischsterben, falls die Blaualgen absterben und dabei im Zersetzungsprozess viel Sauerstoff verbraucht wird. Der Klosterflecken habe die Geräte jetzt angeschafft und sei bereit, sie im Notfall anderen Gemeinden zur Verfügung zu stellen.

Im Wiesensee wurden die Fische und Muscheln ausgesetzt, die aus dem Mühlenteich gerettet worden sind. Nach einer ersten Rettungsaktion im August sind diese Woche noch einmal Helfer im Einsatz gewesen und haben Hunderte Muscheln aus dem mittlerweile fast komplett trockengefallenen Gewässer gerettet. Da auch die Teiche an der Georgsanstalt mittlerweile trocken gefallen sind, arbeite der Klosterflecken inzwischen an einem Wasserkonzept, um die Gewässer erhalten zu können und ein erneutes Austrocknen zu verhindern, kündigte Senking jetzt im Familienausschuss des Klosterfleckens an. Gemeinsam mit Ideengeber Thorsten Brinck von der Verwaltung werde bereits daran gearbeitet.

Ziel muss es laut dem Bürgermeister sein, das Wasser länger im Ort zu halten, anstatt es „auf Nimmerwiedersehen“ in die Flüsse zu pumpen und so schnell wie möglich abzuleiten. „Wenn Jahrzehnte alte Teiche und Seen so aussehen wie jetzt, sollte der Letzte begriffen haben, dass schneller Handlungsbedarf besteht“, sagt Senking. Andere europäische Länder seien hier schon viel weiter. So könnten Brinck und er sich vorstellen, das Wasser aus dem Klärwerk in den oberen Mühlenteich zu pumpen, statt es in die Schwienau zu leiten – täglich immerhin gut 1000 Kubikmeter. Falls der Bereich überlaufe, könnte das Wasser dann über den Öchtringer Graben in den eigentlichen Mühlenteich geleitet werden und von dort beim Überlaufen wieder in Schwienau. In Summe könnten so rund 365 000 Kubikmeter Wasser in den See geleitet werden. „Wir haben uns europaweit umgeschaut, andere Länder wie die Schweiz sind in dieser Sache ein gutes Vorbild“, sagt Senking.

Ihm seien Probleme wie Mikroplastik aus Abwässern bekannt. Aber: „Das Wasser in der Region zu halten ist alternativlos. Wir müssen neue Wege gehen“, meint Senking.

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