Klosterflecken nimmt Stellung zu Verlagerung von Kreditinstitut an den Ortsrand

Bank zieht um: Chance für Ebstorf

+
Zu viel Platz: Das Gebäude an der Ebstorfer Hauptstraße ist für Kundenverkehr und Arbeitsabläufe zu groß geworden. Das Grundstück in der Georg-Marwede-Straße ist inzwischen bereits für den Neubau vorbereitet worden.

Ebstorf. Die Volksbank-Filiale in Ebstorf zieht von der Hauptstraße in die Georg-Marwede-Straße um – das ist beschlossene Sache, sorgt aber dennoch weiter für Unmut im Klosterflecken.

Denn für manche Geschäftsleute und Privatkunden bedeutet die Verlagerung vom Ortskern in die Nähe des Bahnhofes eine Umgewöhnung und längere Wege. Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf und Bürgermeister Uwe Beecken „bedauern“ zwar die „wirtschaftliche Entscheidung“, gewinnen dem Neubau der Volksbank in der Georg-Marwede-Straße aber auch etwas Positives ab. „Sie erhalten hier zehn Arbeitsplätze und zeigen dadurch, dass sie in einen Neubau investieren, dass sie vor Ort bleiben wollen“, betont Beecken. Immerhin sei der Standort Ebstorf die „Geburtstätte“ der Volksbank Uelzen-Salzwedel und habe damit einen besonderen Stellenwert. Bereits seit 1920 hat das Geldinstitut in Ebstorf seinen Sitz.

Von einer Verschiebung der Bankgeschäfte in den Ortsrand könne zudem nur bedingt die Rede sein. „25 Prozent der Ebstorfer Bevölkerung, wenn man Altenebstorf dazu rechnet, leben inzwischen da oben“, rückt Oelstorf die allgemeinen Eindrücke gerade. Die Volksbank hatte ihre Entscheidung, sich aus der Hauptstraße zurückzuziehen, mit dem zurückgehenden Kundenstrom begründet. Immer weniger Menschen würden in die Filiale kommen. Beecken: „Das ist doch klar. Die jungen Leute machen alle Online-Banking oder gehen an die Automaten.“

Hinzu kommt, dass die jetzige Geschäftsstelle der Volksbank an der Hauptstraße mit rund 800 Quadratmetern zu groß geworden ist, weil sich im Laufe der vielen Jahre verschiedene Abläufe geändert haben. Darum investiert die Bank rund 1,3 Millionen Euro in den neuen Standort. Voraussichtlich Ende des dritten, Anfang des vierten Quartals sollen die Volksbank-Kunden an der Georg-Marwede-Straße einen modern gestalteten Neubau mit klaren Linien vorfinden. Auf rund 240 Quadratmetern ebenerdiger Fläche ist Platz für Beratung und Geldgeschäfte. Die Volksbank Uelzen-Salzwedel eG hat dafür das rund 2800 Quadratmeter große Grundstück gekauft.

In dem Abzug aus dem historischen Gebäude in der Innenstadt sieht Verwaltungschef Oelstorf übrigens auch eine Chance für das Ortsbild: „Wir wissen noch nicht, wer in das Gebäude einzieht. Aber es gibt Interessenten und die können für den Ebstorfer Ortskern sicher auch ein Gewinn sein.“ Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht von Bürgermeister und Gemeindedirektor: Die Volksbank Uelzen-Salzwedel hat dem Klosterflecken das historische Glockenspiel aus dem Gebäude am der Hauptstraße zugesagt. Oelstorf: „Wir würden das gerne auf dem Winkelplatz unterbringen.“ Einige Sponsoren für ein passendes Domizil sind bereits gefunden – Interessenten aber weiter gerne gesehen.

Von Wiebke Brütt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare