Betriebe an der Bundesstraße leiden / Ebstorfer durch Umleitung gebeutelt

B4-Sperrung: Der halbe Umsatz ist weg

Leere an der Tankstelle Jelmstorf – nur wenige Autofahrer verirren sich seit der Vollsperrung der B 4 hierher.
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Leere an der Tankstelle Jelmstorf – nur wenige Autofahrer verirren sich seit der Vollsperrung der B 4 hierher.
  • VonInes Bräutigam
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Ebstorf/Bad Bevensen. Die Ankündigung der Landesstraßenbaubehörde, die Vollsperrung der Bundesstraße 4 zwischen Kirchweyhe und Tätendorf auf insgesamt acht Wochen zu verlängern, hat Kommunen und Betriebe im Bereich Bevensen/Ebstorf in Alarmbereitschaft versetzt.

Vor allem der Klosterflecken ist gebeutelt. Denn eigentlich führt nur die Umleitungsstrecke gen Süden von Melbeck aus durch Ebstorf. Allerdings nutzen auch diejenigen diese Route, die gen Norden unterwegs sind und eigentlich die Umleitung von Uelzen über Stöcken durch Bad Bevensen nutzen sollen. „Viele, vor allem Lastwagenfahrer, kennen die Strecke und wissen, dass die Route über Ebstorf besser zu fahren ist“, weiß Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking. Und unter Brummifahrern spreche sich das auch schnell herum.

Während die Belastung durch den umgeleiteten B-4-Verkehr in Bad Bevensen kaum spürbar ist, rüsten sich die Ebstorfer schon für die kommenden Wochen. „Die Verlängerung der Vollsperrung fällt in die Schulzeit“, warnt Heiko Senking, „und da mache ich mir wirklich Sorgen um unsere Kinder.“ Man werde daher in Kürze Kontakt zur Landesstraßenbaubehörde in Lüneburg aufnehmen und auf mögliche Schwierigkeiten hinweisen – vor allem auch auf die Abbiegesituation in der S-Kurve in Höhe der Georgsanstalt an der Lüneburger Straße. Als mögliche Lösung hält Senking ein vorübergehendes Tempolimit von 30 km/h für denkbar.

Mit weniger als der Hälfte an Umsatz muss man in der Obstscheune Tätendorf derzeit auskommen.

Unterdessen hat die seit zwei Wochen voll gesperrte Bundesstraße 4 bei einigen Betrieben bereits erste Spuren hinterlassen. In der Obstscheune in Tätendorf beispielsweise gestaltet sich derzeit die Parkplatzsuche – anders als sonst – völlig problemlos. Im Betrieb selbst sind die Probleme umso größer: Mehr als die Hälfte des Geschäfts ist seit der Vollsperrung weggebrochen, sagt Obstscheune-Chefin Claudia Reinhart. Man fahre den Personaleinsatz zurück und zehre von einem kleinen Polster, um die Flaute zu überstehen.

In der Tankstelle in Jelmstorf sieht die Lage noch dramatischer aus. Auch hier muss Tankstellen-Eigentümer Manfred Persiel mit der Hälfte des Umsatzes zurechtkommen, Rücklagen hat er jedoch kaum welche. Rund 1000 Euro am Tag kostet ihn die Vollsperrung. „Wenn uns keiner einen Kredit gibt, können wir zu machen“, sagt Manfred Persiel.

Was er ebenso wie Claudia Reinhart kritisiert: den Zeitpunkt der Vollsperrung. Denn gerade jetzt, in der Ferienzeit, wird das Hauptgeschäft in den Betrieben gemacht. 

Von Ines Bräutigam

- Teil 2: die B4 - eine Geisterstraße

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