Ebstorfer „Dartschnecken“ richten am Wochenende Ranglistenturnier mit 300 Teilnehmern aus

Wo der Arm aufs Auge hört

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Thomas Heimlich und seine Mitstreiter im Verein „Die Dartschnecken“ sind vorbereitet: Am Wochenende erwarten die Ebstorfer knapp 300 Teilnehmer aus ganz Deutschland zum 1. Ebstorfer Kloster-Cup. Die Sieger können sich hier für die Europa- und selbst die Weltmeisterschaft im Dart qualifizieren.

Ebstorf. Seine erste Begegnung mit dem Dartsport war ziemlich schmerzhaft: Beim übermütigen Toben als Kind hatte Thomas Heimlich plötzlich einen kleinen Pfeil im Rücken stecken.

Heute ist sein Umgang mit dem Dart deutlich professioneller geworden: Heimlich organisiert mit seinem Ebstorfer Dart-Verein „Die Dartschnecken“ das Ranglistenturnier des deutschen Dartverbands, den 1. Ebstorfer Kloster-Cup. Der Flecken wird dann drei Tage lang fest in der Hand von knapp 300 Dartspielern aus ganz Deutschland sein. „Die erste Anmeldung kam aus Bayern“, verrät Thomas Heimlich.

Für die rund 50 „Dartschnecken“, die seit zwei Jahren ihr Domizil, das „Schneckenhaus“, im Untergeschoss der ehemaligen Volksbank in Ebstorf haben, ist das Turnier vor allem eine logistische Herausforderung. Die fast 300 gemeldeten Teilnehmer sind wohl inzwischen alle irgendwo untergekommen, meint Heimlich. Als klar war, dass die Ebstorfer Dartspieler den Zuschlag für die Ausrichtung des Ranglistenturniers bekommen hatten, waren im Nullkommanix alle Unterkünfte im Klosterflecken ausgebucht. „Die meisten kommen privat unter“, sagt Heimlich, „oder in kleinen Pensionen und Ferienwohnungen.“ Erst kürzlich hatte der Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus darüber diskutiert, dass in Ebstorf ein Hotel oder eine Art Gästehaus fehle. Seit Jahren schon. Wer von den Dartspielern in Ebstorf keine Unterkunft gefunden habe, sei nach Bad Bevensen oder Uelzen ausgewichen, weiß Thomas Heimlich. „Für jemanden, der aus Berlin kommt, sind ja auch 13 Kilometer keine Entfernung...“

In der Organisation von Turnieren haben die Ebstorfer längst Erfahrung und sind in der Dart-Szene hoch angesehen. Nicht nur weil einige von ihnen auf Bundesliganiveau spielen, sondern weil ihre Gemeinschaft ein Garant für das Gelingen von Veranstaltungen ist. Seit 2011 richten die Ebstorfer jährlich das niedersächsische Ranglistenturnier aus – 150 Spieler kommen dann jedes Mal in die Region, um sich in der Mehrzweckhalle an der Mauritiusschule zu messen.

Der Wettkampf an diesem Wochenende wird wegen der neuen Dimensionen in die Sporthalle an der Fischerstraße verlegt. 50 Boards werden dort aufgestellt sein. Das erste Mal seit dreizehn Jahren, sagt Thomas Heimlich, werde dieser Wettkampf überhaupt wieder in Niedersachsen veranstaltet. „Solche Turniere werden sonst in Hamburg, Berlin oder anderen Metropolen ausgetragen“, weiß er, „dass das Turnier jetzt hier stattfindet, darauf können wir schon ein bisschen stolz sein.“ Wer Fragen zum Ablauf des Turniers oder allgemein zum Dartsport hat, kann Thomas Heimlich via Facebook kontaktieren.

Während die Profis am Sonnabend antreten werden, können sich Hobbyspieler noch für den Sonntag anmelden – Meldeschluss ist am Sonntag um 9 Uhr. Wer nicht mitspielen möchte, ist zum Zuschauen ausdrücklich willkommen, betont Thomas Heimlich. Der Sport mit dem auf den ersten Blick komplizierten Punktesystem ist längst kein Kneipensport mehr. Auf Konzentration komme es an, regelmäßiges Training mache den Erfolg aus. Auch wenn manche schlichtweg mit Zielwasser im Blut geboren zu sein scheinen und einfach Talent haben. „Die brauchen nicht zu trainieren“, staunt selbst Heimlich. Aber letztlich komme es immer auf Eines an: „Es geht darum, zu fokussieren und dass der Arm aufs Auge hört.“

Von Ines Bräutigam

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