Einfacher telefonieren: Unternehmen entwickelt mit EU-Fördermitteln neue Software

Ein Anruf – alle Infos: Neue Software made in Ebstorf

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Scavix-Geschäftsführer Christoph Bünger entwickelte mit seinen Angestellten und durch die EU gefördert ein Programm für mittelständische Unternehmen, das Telefonieren vereinfachen soll.

Ebstorf. Mitten in einem Wohngebiet in einem Einfamilienhaus in Ebstorf sitzt die Firma Scavix Software, die sich mit Dingen beschäftigt, die man nicht gleich mit dem Klosterflecken in Verbindung bringt.

Sie erstellt IT-Lösungen für mittelständische Unternehmen sowie Arztpraxen. Und erhielt für ihr neu entwickeltes Programm Phone Mondo 13 000 Euro EU-Fördermittel.

„Ich hatte für mich selbst – schon vor einiger Zeit – ein Tool programmiert, um über Anrufer zusätzliche Informationen zu erhalten“, erzählt Scavix-Geschäftsführer Christoph Bünger. Ihn habe es geärgert, nicht alle Details auf Anhieb zur Verfügung zu haben. Mit der Förderung der EU sei es möglich gewesen, das Programm weiter zu entwickeln. „Dadurch hatten wir eine gewisse Sicherheit und konnten uns dem Projekt widmen“, berichtet er. So entwickelte er zusammen mit seinen zwei Kollegen ab Mai 2014 Phone Mondo für mittelständische Unternehmen. „Häufig auch mitten in der Nacht“, erzählt der gebürtige Oetzener. Das sei eine typische Verhaltensweise von Programmierern.

Und so funktioniert es: Die Software verknüpft die gespeicherten Kontakte aus E-Mail-Programmen mit Daten, die über den jeweiligen Kunden in anderen Programmen hinterlegt wurden, etwa Aufträgen oder Bestellungen, in einer Cloud – einer virtuellen Festplatte, die von Servern in Rechenzentren zur Verfügung gestellt wird. Wenn also jemand im Unternehmen anruft, werden dem Mitarbeiter auf dem Computer alle vorhandenen Daten über den Kunden zur Verfügung gestellt. „Das ist eine immense Zeitersparnis“, ist Bünger überzeugt. Außerdem erhebt das Programm Statistiken. So lässt sich zum Beispiel erkennen, wie lange Kunden in der Warteschleife bleiben, wenn sie an einem Montag um 11 Uhr in einem Unternehmen anrufen. Dadurch könnten Engpässe besser vermieden werden.

Aus Gründen des Datenschutzes arbeite man nur mit deutschen Rechenzentren zusammen. „Wir wollen damit verhindern, dass wichtige Daten in die falschen Hände gelangen“, erklärt der 41-Jährige. Überhaupt habe sich die Akzeptanz für die Verwendung von Cloud-Diensten in den letzten zwei bis drei Jahren erhöht. „Die anfängliche Skepsis ist bei vielen verflogen.“ Denn Firmen und Privatleute hätten aus seiner Sicht die Vorteile der Cloud-Dienste erkannt. So könnten Unternehmen auf eigene Server verzichten und Kosten einsparen. Außerdem kann man mit unterschiedlichen Geräten – wie etwa dem Smartphone – auf wichtige, in der Cloud gespeicherte Daten zurückgreifen.

Von Lars Lohmann

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