Nach Überfall in Wriedel: Mitarbeiter verunsichert / Polizei bittet um Hinweise

Die Angst im Markt bleibt

Mulmiges Gefühl: Nach dem Überfall kreisen auch bei Marktleiterin Tanja Parpart die Gedanken. Fotos: Polizei/Brütt

Wriedel. „Meine Mitarbeiter haben Angst. Die beiden, die am Dienstag im Laden waren, sind in psychologischer Behandlung“, sagt Tanja Parpart. Die 38-Jährige leitet seit April diesen Jahres die Wriedeler NP-Supermarktfiliale, die am Dienstag überfallen worden war.

Mit Sturmmaske vermummt und einer Schreckschusspistole bewaffnet, war ein noch unbekannter Täter kurz nach 19 Uhr in den Laden gestürmt und erpresste mehrere Hundert Euro. „Er ist direkt zur Kassiererin gegangen. Obwohl Kunden im Laden waren, hat er sie mit der Waffe bedroht und das Geld gefordert“, berichtet die Filialleiterin, die selber kurz vor dem Überfall Feierabend gemacht hatte. Mit zitternden Händen habe ihre Mitarbeiterin die Einnahmen herausgegeben. Parpart: „Man ist völlig nervös, wenn die Tür aufgeht. Schließlich haben wir immer alle gedacht, das passiert bei uns hier auf dem Dorf nicht. “.

Die Mitarbeiter des NP-Marktes vermuten, dass der Täter zumindest einmal vor dem Überfall in dem Markt gewesen sein muss. Denn Ein- und Ausgang des Geschäftes seien nicht intuitiv auszumachen. Statt einer automatischen Schiebetür, die in beide Richtungen nutzbar ist, müssen die Kunden zwei verwinkelt liegende Schwingtüren nutzen. Parpart: „Der Täter muss den Laden kennen. Sonst hätte er nicht so schnell flüchten können.“

Nicht nur unter den Mitarbeitern, auch bei den Kunden sind der Diebstahl und der flüchtige Täter das Thema Nummer Eins: „Viele erkundigen sich, wie es uns geht“, berichtet Parpart. Ein Kunde habe dem Maskierten, als dieser zu Fuß flüchtete, sogar eine Weinflasche hinterhergeschmissen.

Polizeisprecher Kai Richter betont indes, dass es sich bei dem Supermarkt-Überfall um eine Einzeltat handelt: „Die Kriminalität in Wriedel ist als absolut gering zu betrachten.“ Auch das Verkehrsnetz in der Umgebung der Gemeinde im Westen des Landkreises begünstige keine Straftaten. Die Ermittlungen des Kriminalermittlungsdienstes laufen derzeit auf Hochtouren. Die vermeintliche Täterbekleidung hat die Polizei in der Nähe des Tatortes, in einem kleinen Bruchwäldchen gefunden. Aufgrund der vorläufigenErmittlungsergebnisse dürfte der Täter vom Einkaufsmarkt an der Wriedeler Hauptstraße in Richtung Ortsmitte geflüchtet sein. Vermutlich hat er dann den Verbindungsweg „Kirchsteig“ in den Ortsteil Schatensen genommen. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann in Richtung Brockhöfe flüchtete.

Der Mann ist etwa 1,70 Meter groß und zwischen 20 und 40 Jahren alt. Er trug bei dem Überfall eine Hose und eine Jacke in Größe XXL, die er nach der Tat auszog. Einwohner, die sich an verdächtige Personen erinnern oder andere Hinweise geben können, mögen sich bei der Polizei Uelzen unter (05 81) 93 00 melden.

Von Wiebke Brütt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare