Mehr Schutz für Molche und Kröten

Amphibien-Durchlass an der K 45 bei Oetzendorf würde 546.000 Euro kosten

In der Nähe dieses Tümpels im FFH-Gebiet Mührgehege bei Oetzendorf könnte ein Durchlass für Amphibien gebaut werden, damit diese nicht auf der örtlichen Kreisstraße überfahren werden.
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In der Nähe dieses Tümpels im FFH-Gebiet Mührgehege bei Oetzendorf könnte ein Durchlass für Amphibien gebaut werden, damit diese nicht auf der örtlichen Kreisstraße überfahren werden.

Oetzendorf – Das Ziel ist das gefahrenlose Kreuzen der Kreisstraße 45 südlich von Oetzendorf durch Molche und Kröten. Dazu überlegt der Landkreis, im Straßenbereich eine Amphibien-Leiteinrichtung mit Querungstunnel für die Tiere zu installieren.

In der jüngsten Sitzung des Kreis-Umweltausschusses stellte Florian Bibelriether vom Fachbüro Amphi Consult Germany die Ergebnisse der Wanderanalyse der Amphibien vor. Zugleich erläuterte er Möglichkeiten für die Umsetzung der Leiteinrichtung.

Die Kreisstraße führt durch die FFH-Gebiet „Kammmolch-Biotop Mührgehege/Oetzendorf“. Von Februar bis April hatten Bibelriether und seine Kollegen dort einen 912 Meter langen Fangzaun aufgestellt, die Amphibien eingesammelt und erfasst. Dabei kamen mehr als 5600 Tiere zusammen, darunter 1389 Kammmolche, 1582 Teichmolche und 1463 Erdkröten.

Auffällig war, dass die Amphibien überwiegend von Westen nach Osten wanderten, die Bewegungen entlang der Strecke aber unterschiedlich hoch waren. Deshalb schlug Bibelriether vor, die geplante Leitanlage in drei Sektoren zu unterteilen. Der mittlere, etwa 400 Meter lange Abschnitt der Straße hat nach Ansicht des Experten die höchste Priorität, weil dort die meisten Tiere am Fangzaun nachgewiesen wurden. „Dort wurden vor allem Kammmolche und Moorfrösche gefunden“, sagte Bibelriether. Die zweithöchste Priorität habe der nördliche Bereich der Kreisstraße, gefolgt vom südlichen Abschnitt.

Die von Bibelriether vorgestellte Leiteinrichtung umfasst einen Tunnel unter der K 45 und eine Art Schiene, die die Amphibien zu Einfallschächten hinführen soll. Der Experte legte dem Umweltausschuss und der Kreisverwaltung ans Herz, die Leitanlage zu installieren. „Alle Amphibien würden dadurch dauerhaft geschützt“, erklärte er. Doch das Ganze sei natürlich nicht billig.

Rund 546 000 Euro würde es netto kosten, wenn alle drei Abschnitte der K 45 eine Leitanlage bekämen. Im Mittelteil würde die Investitionssumme 267 000 Euro betragen. Eventuell erforderlicher Grunderwerb von privaten Flächen sind in dieser Summe noch nicht berücksichtigt. Allerdings hat die NBank für das Vorhaben bereits einen Zuschuss in Höhe von etwa 223 000 Euro bewilligt.

„Den Mittelteil der Leitanlage werden wir auf jeden Fall mit Landkreis-Mitteln finanzieren müssen“, erklärte Umweltamtsleiter Alexander Krüger in der Ausschusssitzung. Im Rahmen der Beratungen über den Haushalt 2021 werden die politischen Gremien des Landkreises im November über den Umfang und die Finanzierung der Amphibien-Leiteinrichtung diskutieren. VON BERND SCHOSSADOWSKI

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